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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
Ausflug zur Laguna Chaxa bei San Pedro de Atacama

Den Morgen verbrachte ich im Zentrum von San Pedro de Atacama und dort vor allem im „Museo Gustavo Le Paige“. In diesem 8-eckigen Bau gibt es viele Artefakte aus der frühen Zeit der Atacama zu sehen. Im trockenen Klima erhalten sich sämtliche Überbleibsel früherer Kulturen sehr gut. Viel Keramik, auch Leder- und Holzarbeiten sind hier zu sehen. Insbesondere jedoch eine grosse Sammlung von interessanten Gegenständen.

Ausgehöhlte Tierknochen, mit welchen halluzinogene Pflanzenprodukte geraucht wurden. Dutzende Pfeifen, aber rauch Löffel, mit welchen die Substanzen genossen wurden, sind hier ausgestellt. Die Spanier verboten bei ihrer Ankunft zuerst einmal sämtliche Substanzen. Statt der Drogen führten sie die Religion ein. Abweichler wurden sofort gepfählt oder auf glühenden Kohlen geröstet. Mehr zu San Pedro berichte ich ein andermal.

Am späteren Nachmittag unternahm ich einen Ausflug an die Laguna Chaxa, einem interessanten Lebensraum. Zuerst besuchten wir aber noch eine kleine Ortschaft, Toconao, welche auf dem Weg von San Pedro zur Laguna lag. Eine Bäuerin trieb gerade ihre Lamas zurück, diese liessen sich durch unsere Anwesenheit nicht stören, sondern zogen stoisch ihres Weges.

Die Dorfkirche wurde aus Adobe erbaut und anschliessend weiss verputzt. Recht einfach eingerichtet ist sie doch eines der am besten gebauten Häuser der Ortschaft.

Das Kirchendach ist eine eigenartige Konstruktion. Einst bestand das ganze Dach aus Kaktusholz, bei einem kürzlichen Erdbeben stürzte das Dach vollständig ein. Da heute keine mehr Kakteen gefällt werden dürfen, ist nur noch oberhalb des Einganges etwas Kaktusholz zu sehen. Der Rest des Daches besteht aus sogenannter Caña. Ich interpretierte dies als Zuckerrohr, dem spanischen Namen für jenes Gewächs. Es ist aber eine Schilfart, deren Stengel etwa 2.5 cm im Durchmesser erreichen.

Das Dorf liegt in einer Oase an einem Berghang. Diese wird durch einen kleinen Fluss gespiesen, welcher gerade genügend Wasser führt, um die kleine Landwirtschaftsfläche am Leben zu erhalten.

Wie in vielen Oasen wird auch hier das Wasser in Kanälen zu den Gärten der einzelnen Familien geleitet. Jede Familie hat Anrecht auf eine bestimmte Zeit, während der sie das Wasser in ihren Garten leiten darf. Der Schieber kann das Wasser entsprechend umleiten, so dass es statt nach links abbiegt, nach rechts in den anderen Kanal fliesst.

Die Laguna Chaxa ist ein Teil des Talbodens des Salar Atacama, welcher südlich von San Pedro eine gigantische Fläche einnimmt. Hier sammelt sich das Wasser von den spärlichen Regenfällen in dieser Gegend und verdunstet langsam. Zurück bleibt eine dicke Kruste aus Sedimenten und …

… immer wieder viel Salz, welches zwischen den braunen Brocken an die Oberfläche tritt. Neben dem üblichen Kochsalz sind hier noch viele wertvolle Elemente zu finden. So liegt unter dem Salz unter anderem Lithium, ein Element, welches 27% der weltweiten Reserven dieses Rohstoffes darstellt! Unter anderem wird Lithium in modernen Batterien eingesetzt und ist damit ein sehr wertvoller Rohstoff: Mobiltelefone, Tabletts, Notebooks sowie neuerdings auch Elektroautos, sie alle benötigen Lithium.

Zudem tritt aus Quellen unterhalb des Salzes immer wieder etwas Wasser aus, welches einer weiteren Attraktion beim Überleben hilft: Was in der Distanz als kleine Flecken zu sehen ist, entpuppt sich beim Näherkommen als Flamingos, welche hier überwintern. Sehr nahe erreicht man die Tiere nicht, sie dürfen nicht gestört werden.

Im kleinen Visitorcenter leben in einem Aquarium die kleinen Krebse, welche von den Flamingos aus den Tümpeln gefischt werden und welche ihnen ihre typische Farbe verleigt.

Als sich dann eine kleine Gruppe auf den Weg zu einer anderen Wasserstelle machte, konnte ich doch noch einige Tiere im Flug fotografieren. Im Hintergrund ist die Bergkette auszumachen, welche diesen Salar zwischen Anden im Osten und eben die Berge im Westen vom Meer abtrennt. Durch diese Lage erreicht kaum je eine Wolke die Atacama.

Damit doch noch einige Flamingos vor den Anden flogen, musste ich etwas Geduld haben. Immerhin belohnten sie mich dann mit ihrer typischen Zeichnung und den 5-tausender Bergen im Hintergrund.
