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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
Seen im Hochland
Den letzten Tag in San Pedro de Atacama verbrachte ich heute auf einer weiteren Tour in die Umgebung. Auf einer Höhe von immer etwa 4’000 m.ü.M. liegen zwei tiefblaue Seen, die Laguna Miscanti und Miñiques inmitten einer bizarren Vulkanlandschaft.

Auf dem Weg in Richtung Süden überquerten wir zuerst den Wendekreis des Steinbocks und verliessen hier bei 23° 26′ 05″ südlicher Breite die Tropen. Der blaue Himmel blieb allerdings auch in den Subtropen bei seiner Farbe. Ausser dieser seltsamen Struktur weist nichts auf diese nur in der Vorstellung wichtige geografische Besonderheit hin. Irgendwie faszinieren mich die beiden Wendekreise genau so wie der Äquator immer wieder.

Als nächstes stand ein kleines Dorf auf unserem Programm. Die Besonderheit ist diese Kirche, welche von den Spaniern bereits 1689 errichtet wurde. Auch sie wurde beim letzten grossen Erdbeben beschädigt, aber wieder weitgehend aufgebaut. Rund um dieses Dorf wird viel Gemüse und auch Mais angebaut. Diese Produkte tragen zum bescheidenen Wohlstand der Bewohner bei. Vor allem der Mais ist angeblich sehr begehrt.

Der Innenraum der Kirche ist wie die meisten kleinen Sakralbauten bescheiden eingerichtet. Vier Holzbänke reichen anscheinend für die wenigen Besucher vollkommen aus. Die Dachkonstruktion ist komplett neu, das alte Dach überlebte das Erdbeben nicht und musste ersetzt werden.

Ein erstes Zwischenziel erreichten wir bei diesem See, der Laguna Miscanti auf 4’160 m.ü.M.. Tiefblau liegt er in der Vulkanlandschaft eingebettet. Einige wenige Flamingos staken am Ufer und suchen nach ihren kleinen Krebsen. Auch dieser See hat keinen Abfluss. Im Hintergrund ist der Vulkan gleichen Namens zu erkennen, der es immerhin auch auf 5’622 m bringt. An der Spitze des Berges sind einige kleine weissen Flecken zu erkennen: Schnee, aber wir sind ja ausserhalb der Tropen!

Mit dem iPhone machte ich eine Panorama-Aufnahme, welche 180 Grad abbildet.

Den nächsten Stopp - verbunden mit einem Mittagessen in freier Natur - legten wir beim Salar de Talar ein. Ein riesiger, abflussloser Salzsee auf knapp 4’000 m Höhe. Besonders interessant ist die weisse Farbe des Wassers, welches einen schönen Kontrast zu den dunklen Vulkankegeln bildet. Im Hintergrund ragt der Vulkan Miñiques mit seinen 5’910 m empor. Davon später noch mehr aus der Nähe.

Die Sicht in Richtung Süden zeigt neben dem weisslichen See einen weiteren Vulkan mit sehr interessanten Farben. Je nach Standort des Betrachters ändert sich die Farbe von weisslich bis zu bläulich-grün.

Aus grösserer Entfernung noch mehr Vulkane, rechts der See und im Vordergrund rötliches Gestein, auch dieses vulkanischen Ursprunges.

Das weissliche Wasser des Sees hebt sich schön von den mit gelblichem Gras bewachsenen Hügel im Hintergrund ab. Wie ist wohl Steinformation im Vordergrund entstanden?

Mich faszinierten die Farben dieser Vulkane. Als diese alle aktiv waren, muss hier wirklich die Hölle los gewesen sein. Zur Zeit sind nur noch einige wenige dieser Höllenschlunde aktiv.

Der Miñiques wirkt von hier aus trotz der Höhe von 5’910 m nicht sehr beeindruckend. Wenn man jedoch weiss, dass das Bild von 4’120 m Höhe aus aufgenommen wurde, rückt sich dies wieder zurecht.

Einige Vicuñas waren im gelben Gras kaum auszumachen. Wie die meisten Wildtiere machten sie sich unmittelbar auf und davon, sobald wir stoppten. Fahrende Autos beunruhigen das Wild nicht, ein anhaltendes Fahrzeug vermittelt offensichtlich Gefahr.

Nicht wegrennen können diese Vulkane, von denen ich jedoch weder Namen noch Höhen kenne. Es gibt in der Gegend von San Pedro de Atacama so viele Vulkane, dass es sehr schwierig ist, sich alle Namen zu merken.
