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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
Wieder im Tiefland - nach Bolivianischem Standard
Nach einer Nacht auf knapp 4’600 m brachen wir zu unserem nächsten Ziel. Uyuni, auf. 250 km, zuerst auf teilweise sehr schlechten Strassen, dann auf einer Hauptstrasse, die zwar auch nicht geteert war, dafür aber häufig mit Planierraupe und Strassenwalze bearbeitet wird. Auf dieser kamen wir recht zügig voran. Zuerst jedoch hiess es noch die Natur im Hochland zu geniessen!

Einen ersten Stopp legten wir bei einer Lagune ein, wo wiederum sehr viele Flamingos zu bestaunen waren. Diesmal waren sie recht nahe beim Ufer und überhaupt nicht scheu. Deshalb ergaben sich einige schöne Bilder.

Diese Gruppe landete gerade hinter der Lagune auf einem Salzfeld. Relativ weit weg, aber ich wollte sie trotzdem in dieser unüblichen Pose fotografieren.

Ich verspreche es, dies sind die letzten drei Flamingos, welche ich im Tagebuch zeige. So nahe kam ich kaum je an die Vögel heran. Die gelben Schnäbel heben sich gut vom rosaroten Gefieder ab.

Leider kann ich mich nicht an mein Versprechen halten, die Spiegelung der Vulkane mit den paar Vögeln im Vordergrund war einfach zu schön.

Eine grössere Herde von Vicuñas näherte sich der Lagune, um zu trinken. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen, zumal die Vulkane im Hintergrund einen guten Eindruck der Landschaft vermitteln.

Auf diesem Bild bitte nur die Vicuñas beachten, die violetten Flecken in der Lagune sind ohnehin zu klein, um die Spezies auszumachen.

Etwas weiter auf unserem Weg trafen wir einen Fuchs, der sich von uns nicht stören liess und recht nahe ans Auto kam. Genauso neugierig wie wir!

Noch nie sah ich eine solche Pflanze, unsere Reiseleiterin nannte einen Namen, welcher nur halbwegs stimmte. Mit etwas Suche im Internet konnte ich sie schliesslich als Yareta (Wikipedia) identifizieren, ein ganz interessantes Gewächs. Dieses Exemplar misst etwa 2.5 m im Durchmesser und ist etwa 80 cm hoch. An manchen Berghängen sind diese grossen Ballen zu sehen.

Unser Fahrzeug, ein Toyota Landcruiser, der sehr bequem ist, allerdings als Benziner ordentlich säuft. Deshalb auch auf dem Dach der blaue Kanister mit einem Notvorrat, da es im Hochland keine Tankstellen gibt.

Diese bizarre Steinformation erinnert an einen Kondor, den berühmten Vogel der Anden. Ein lebendes Exemplar werden wir hier leider nicht zu Gesicht bekommen, diese leben in anderen Gebieten.

Unseren Lunchstopp machten wir in San Cristobal, einer kleinen Ortschaft, welche bei einer sehr wichtigen Mine Boliviens liegt. Hier werden Zinn, Blei und weitere Mineralien abgebaut. Auch in diesem Kaff wird rezykliert: Papier, Dosen, Flaschen und Plastik können in diesen Tonnen deponiert werden. Vorbildlich!

Ebenfalls beim Dorfplatz stehen diese lustigen kleinen Stände. Hier wird anscheinend am Abend Fastfood verkauft. Hamburger und so Zeugs sind auch in Bolivien begehrt!

Die meisten älteren Bolivianerinnen auf dem Land tragen Hüte und karierte Röcke. Ein seltsamer Brauch, aber bei der sengenden Sonne absolut verständlich.

Beim Markt verkaufen diese beiden Damen ihre Produkte. Mit was sie ihre Geschäfte betrieben fand ich nicht heraus. Ihre Kleidung faszinierte mich mehr als ihr Handelsgut.

Unser heutiges Hotel lag in Uyuni, einem ehemaligen Eisenbahn-Knotenpunkt. Die Eisenbahn fährt noch heute, das interessante an der Bahn ist aber der Eisenbahn-Friedhof: Hier stehen dutzende von ausgedienten Lokomotiven in der Wüste und dank der sehr trockenen Luft rosten sie nur sehr langsam. Früher war Uyuni ein wichtiger Ort, an dem die Lokomotiven und Eisenbahnwagen repariert wurden, doch diese Zeiten sind längst vorbei.
An dieser Stelle halten sämtliche Touristen an, schade nur, dass die lokalen Behörden nicht mehr daraus machen. Die Sammlung etwas aufräumen, den gröbsten Müll entsorgen und vielleicht noch die eine oder andere Tafel mit Erklärungen anbringen, und schon würden die Besucher Eintritt bezahlen.

Wir machten einen kleinen Spaziergang im Städtchen, um einmal etwas vom lokalen Leben zu sehen. Auch diese Dame trägt die übliche Tracht mit ihrem Hut. Ihre Tochter ist hingegen ganz westlich gekleidet. Vielleicht geht die traditionelle Kleidung mit der heutigen Generation zu Ende und auch in Bolivien hält die zumindest äusserlich gleichmachende CNN-Mode Einzug.

Im Zentrum der Stadt steht ein Glockenturm. Die beiden Uhren sind schon vor längerem stillgestanden. Trotzdem zeigen sie natürlich immer noch zweimal täglich die korrekte Zeit an.

Dass Uyuni ein wichtiger Eisenbahn-Knotenpunkt und Reparaturwerkstatt war, zeigt sich an dieser Statue: Ein Denkmal an den Bahnarbeiter, welcher hier im Werk die defekten Wagen und Lokomotiven reparierte.

Noch eine traditionell gekleidete Dame, sie sogar mit einer klassischen schwarzen Melone.

Ohne Hüte meine Reisepartner: Andrea stehend und Christoph auf dem Stuhl sitzend. Im Hintergrund unser Hotel, Luna Salada auf einem Hügel etwas ausserhalb von Uyuni. Das Hotel war sehr interessant, ich schrieb dazu einen eigenen Beitrag mit Bildern (Klick mich!). Sehr angenehm war die Höhe. Das Hotel liegt auf „nur“ 3’700 m und die Atmung geht doch um einiges leichter.

Den Sonnenuntergang fotografierte ich für einmal indirekt: Die Sonne wirft ihr warmes Licht auf die Fassade des Hotels. Die Aussicht vom Hotel wird morgen ein Thema.
