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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
Eine ziemlich salzige Sache - Salar de Uyuni

Schon von unserem Hotel aus zeigt sich ein Teil des gigantischen Salzsees, des Salar de Uyuni. Mit 10’000 km2 auf 3’600 m.ü.M. ist er der höchstgelegene Salzsee weltweit. Ein gigantisches Ausmass. Es wird geschätzt, dass er insbesamt etwa 10 Milliarden Tonnen Salz enthält.

Unsere Reiseleiterin, Lourdes, ist eingepackt wie im tiefen Winter. Zusammen mit der Farbe der Umgebung könnte das Bild auch aus einem Skigebiet stammen. Die Temperatur betrug am Morgen etwa 10 Grad, stieg dann aber stetig an.

Auch dies sind keine Schneehaufen, sondern zu Hügeln aufgehäuftes Salz. Wenn es in dieser Gegend regnet, löst sich ein Teil des Salzes auf der riesigen Fläche im Wasser. Die Salzlake wird anschliessend vom Wind zu den leicht tiefer gelegenen Gebieten getrieben, wo sie liegenbleibt und das Wasser wieder langsam verdunstet. An diesen Stellen ist die Gewinnung von Salz erlaubt, da das entnommene Salz periodisch wieder nachgeliefert wird.

An einer gut zugänglichen Stelle lässt sich ein interessantes Phänomen beobachten. Diese Wasserlöcher werden Ojo del Salar genannt, Augen des Salzsees. Es sieht so aus, als ob das Wasser kochend heiss wäre, Lourdes lachte laut, als ich ganz vorsichtig den Finger hinein hielt und ob des kalten Wassers erstaunt war. Das Blubbern ist wohl auf austeigendes Gas zurückzuführen, welches sich im Untergrund bildet. Saures Wasser, welches auf Kalk trifft und so CO2 erzeugt?

Am Rand des Salar zeigen sich kleine Wölkchen und machen den Himmel so interessanter. Von Regen natürlich weit und breit nichts.

Die Fahrt auf dem Salz ist sehr angenehm, keine Schlaglöcher, keine Unebenheiten und vor allem keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Allerdings fehlen auch jegliche Markierungen. Man fährt in den Spuren der Vorfahrer und hofft einfach, dass dieser seinen Weg kannte. Unser Fahrer, Valerio, kennt sich hier sehr gut aus, er wohnt in Uyuni. Die Fahrt ist aber trotzdem sehr anstrengend, auch mit der Sonnenbrille blendet das weisse Salz extrem.

Am Rand des Salar steht ein über 5’000 m hoher Vulkan. Auch er ist schon länger erloschen.

Etwa in der Mitte des Sees liegt eine kleine Insel, welche von unzähligen Kakteen bewachsen ist. Sie ist ein beliebter Pausenplatz, viele Gruppen essen hier ihren Lunch. Die Tische bestehen selbstverständlich aus Salzblöcken. Valerio wollte nicht hier im Getümel essen, dazu später mehr.

Riesige Kakteen überziehen die ganze Fläche der Insel. Ein schmaler Weg führt zu einem Aussichtspunkt auf den Felsen. Für mich unmöglich, da viel zu steil und uneben. Also wartete ich unten, während Andrea und Christoph hinauf stiegen. Nach meinen Erfahrungen in Mexico bin ich vorsichtig mit hinaufsteigen. Irgendwann muss ich schliesslich wieder runter.

Auch von unten gab es genug zu sehen, so z.B. diese Türe, welche ganz aus Kakteenholz besteht.

Diese etwa 3 m hohen Kakteen stehen am Weg, welcher zum Aussichtspunkt hinauf führt. Zu dieser Jahreszeit sind die Kakteen gerade in Blust, einige tragen grössere, weisse Blüten. Unter der Insel sieht das Salz wirklich wie ein gefrorener See aus. Nur dass er keine Wellen wirft.

Noch mehr stachlige Gesellen, einzelne noch klein, andere schon gute 2 m hoch.

Ein besonders interessantes Exemplar steht ganz rechts am Bildrand. Diese Pflanze hat eine Störung des Wachstums, welches dazu führt, dass sich ihre Spitze verbreitert.

Unser Fahrer, Valerio, meinte er kenne einen schönen Platz für einen Lunch. Wir gaben ihm freie Hand und er fuhr mitten in den See, wo im Umkreis von 20 km nichts war. Wirklich ein spezieller Platz für ein unvergessliches Picknick. Einen Sonnenschirm und Stühle sowie einen Tisch hatte er selbstverständlich dabei.

Plötzlich bemerkte ich weit weg eine kleine Figur auf der weiten Ebene. Beim näheren Hinsehen erkannte ich einen Velofahrer auf dieser riesigen Fläche. Unbeirrt zog er seine Linie in das Salz. Es sah so aus, als wisse er genau, wohin ihn sein Weg führte.

Lourdes, unsere Reiseleiterin machte von Christoph einige lustige Aufnahmen in dieser grossen Ebene. Er musste mehrfach aufspringen, während sie die Bilder schoss. Der Untergrund ist mit seinen fast regelmässigen Mustern sehr interessant. Die einzelnen Salzplatten trennen sich durch eine leicht erhöhte, bräunliche Kruste voneinander ab.
Auf der Weiterfahrt spielte Valerio Musik ab einer CD ab, mich faszinierte der Text, der offensichtlich in Südamerika sehr populär ist. Der Text findet sich hier (Klick mich!), der Song der Gruppe Bonanza hier (Klick mich!). Die Zeile, welche mir ins Ohr ging ist: Que te pise el tren (Dass dich der Zug zerquetscht). Und das zu einer Frau, die den Mann verlässt.
