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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
Den Samichlaus auch bei 42° 51’ S, 73° 43’ W nicht gefunden
Mein heutiges Ziel lag an der Südspitze der Insel Chiloé, ich wollte zuerst dort runter fahren, unterwegs den Samichlaus suchen und mich dann langsam der Küste entlang zurück zum Hotel bewegen. Bei 42° 51’ S, 73° 43’ W riss mir der Geduldsfaden: Die Strasse wurde alle paar km aufgerissen und verbreitert. Dazu musste ich jeweils bis zu 10 Minuten warten, bevor ich weiter fahren konnte, da die Rest-Strasse nur einspurig befahrbar war. Den Samichlaus fand ich auch soweit südlich nicht. Vor dem vierten Strassenunterbauch drehte ich um und gab die Suche auf.

Im Meeresarm bemerkte ich diese Installationen, die zu einer Lachsfarm gehören. Lachs ist eines der wichtigsten Landwirtschaftsprodukte in dieser Gegend. Chile ist neben Norwegen der grösste Lachsproduzent weltweit. Wegen der grossen Verschmutzung des Meeres durch diese Zuchten (Antibiotika, Futterreste und auch Exkremente) steht Chile unter grosser internationaler Kritik. Neben Kupfer und Zellulose trägt der Lachs aber etwa 1/3 zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Es ist kaum zu erwarten, dass sich daran etwas ändern wird. Der Bedarf nach Lachs ist im Norden viel zu gross.
Da ich mein Programm änderte, hatte ich mehr Zeit für die kleineren Ortschaften. Chiloé ist bekannt für seine hölzernen Kirchen, welche meist in fantasievollen Farben gehalten sind. Verschiedene Blautöne und Gelb sind vermutlich ein Ersatz für den blauen Himmel und die Sonne, welche hier eher selten zu sehen ist. Ich Chile zu fotografieren, ohne die Drähte im Bild zu haben, ist nahezu unmöglich. Ich rege mich schon nicht mehr auf.
Auch dieser Hausbesitzer verwendet starke Farben für sein Holzhaus. Viele Häuser auf Chiloé bestehen aus einem Holzrahmen, der aussen dann mit Wellblech verkleidet wird. Oft wird auch nur mit Holz verkleidet, was in diesem Klima aber nicht sehr lange hält.
Ein Beispiel einer Fassade aus Wellblech. Das Haus ist ordentlich windschief, die meisten Linien sind nicht ganz im Lot. Gartenzaun und Blumentöpfe sah ich in dieser Form noch nicht in Chile. Wohl ein ausgewanderter Schweizer oder Süddeutscher.
Eine sehr spezielle Architektur zeigt dieses Haus. Aussen mit Holzschindeln verkleidet und innen mit Rüschenvorhängen an den Fenstern. Das ganze zudem eher klein, doch muss die Garage natürlich sein.
Die Vorliebe der Bewohner von Chiloé für kleine, farbige Häuschen zieht sich am Friedhof weiter. Die einzelnen Gräber werden von kleinen Häuschen überdacht, auch sie in pastellnen Farben gehalten. Hier sind zwar für einmal keine Drähte im Bild, dafür aber ein Maschendraht-Zaun, über den ich nicht hinweg fotografieren konnte.
Eine weitere Bucht mit Aquakultur. Am heutigen Samstag war kein Betrieb, so dass ich die Anlage ungestört besichtigen konnte.
Am späteren Nachmittag genoss ich zurück im Hotel noch den hauseigenen Spa und legte mich in den Jacuzzi (Klick mich!), dem wohl südlichsten Pool auf meiner Reise.
Nachtrag: Ich genoss nochmals eine Chupe de Centolla, King Crab überbacken. Wieder köstlich!
