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- Kategorie: Atlantik, USA und Mexico 14 - Teil 1 Transatlantik mit der Queen Mary
USA / Mexico 14 - Das Böötli - beeindruckend.
Nach einer kurzen Fahrt vom gestrigen Hotel nach Southampton konnte ich das Mietauto kurz vor Mittag abgeben. Als ich noch den Tank füllen wollte, meinte der Tankwart, dass meine Pfundnoten nicht mehr gültig seien. Diese erhielt ich 2001 bei meinem letzten längeren Besuch in England, in der Zwischenzeit wurden diese jedoch durch die Notenbank ersetzt. Die Taxifahrerin meinte, ich könnte diese in einer Bank umtauschen und sie fuhr einen kleinen Umweg, damit ich dies machen konnte.
Die Schalterbeamtin meinte dann aber, dass ich als Nicht-Kunde dieser Bank die Noten nicht wechseln könne, dass aber die Post dies gerne für mich machen würde. Also machte ich mich auf den Weg in die Postfiliale. Ich war noch nicht an der Türe der Bank angelangt, als die Dame mir nacheilte und meinte, sie könne den Wechsel doch vornehmen, was sie dann auch machte. Sie bemerkte meinen Gang, der wohl nicht sehr überzeugend wirkte. Ein kleines Trinkgeld lehnte sie hingegen dezidiert ab. Es gibt wohl noch Banker, die den Kundenservice anstelle ihrer Boni ins Zentrum stellen - erfrischend!

Bei der Fahrt in Richtung Cruise-Harbour zeigt sich das Böötli, mein Zuhause für die nächsten 7 Tage zum ersten Mal. Hier hinter der Fähre nach der Isle of Wright. Aus diesem Blickwinkel aus sieht die Queen Mary 2 nicht besonders beeindruckend aus.

Eindrücklicher wirkt das Schiff dann vom Terminal, zwischen Dach und Wänden der Gebäude ergibt sich ab und zu ein guter Blick auf das beeindruckende Schiff. Vom festen Boden aus betrachtet, steigt sie in beachtliche Höhen auf.

Wie auf einem Flughafen warten die Passagiere auch hier auf das Check-In. Die Prozedur ist recht gut organisiert, jeder Passagier erhält beim Betreten des Terminals eine Karte mit einem Buchstaben, welche nach und nach aufgerufen werden. So wird jedes Gedränge vermieden.

Vom Ufer aus sieht die QM 2 sehr elegant aus, schmal und hoch ragt sie aus dem Wasser. Ich bin zuversichtlich, dass sie auf dem Atlantik nicht umfällt! Wir werden die Untergangsstelle der Titanic nahe passieren und alleine die Erzählungen und Geschichten rund um ihren Untergang jagen mir Schauer ein.

Das Tor ins Glück, hier müssen alle Passagiere durch.

Der berühmte Schriftzug wirkt aus der Nähe noch eindrücklicher. Auf dem obersten Deck führt ein Weg rund ums Schiff. Immer wieder zeigen sich interessante Bilder.

Heute wird der 10. Geburtstag der QM 2 gefeiert, deshalb wird das Auslaufen von einem grossen Feuerwerk begleitet. Die entsprechenden Vorarbeiten liefen den ganzen Nachmittag. Auf diesem Schiff wurden die Raketen installiert und deren Abschuss gründlich vorbereitet. Ich bin mal gespann, wie dies heute Abend aussieht, wenn wir zur Atlantik-Überquerung auslaufen.

Ein wichtiger Moment auf jeder Kreuzfahrt ist anscheinend der Security-Drill. Alle Passagiere treffen sich an einem bestimmten Ort, ihrer Muster-Station, wo sie über die Sicherheitsmassnahmen informiert werden. Dazu gehört auch das Anziehen der Schwimmwesten. Hoffentlich bleibt es bei diesem einmaligen Anziehen dieser Schwimmhilfen. Der Atlantik wäre mir auch mit einer Schwimmweste viel zu kalt! Da helfen auch an der Weste befestigte Lämpchen und Trillerpfeife nicht viel.

Heute war ein spezieller Tag: Die QM 2 feierte ihren 10 Geburtstag und dies wurde gebührend gefeiert: Ihre beiden Schwester-Schiffe, Queen Victoria und Queen Elisabeth, waren gleichzeitig im Hafen von Southampton.

Vor dem Auslaufen erleuchtete ein grosses Feuerwerk den Hafen. Den „musikalischen“ Hintergrund lieferten die Schiffshörner der drei Ozean-Riesen. Ohne die Ohren zuzuhalten wäre die Geräuschkulisse nicht zu ertragen gewesen. Noch lange nach meiner Rückkehr in die Kabine - Pardon Stateroom wie dies hier heisst - klangen die Hörner in meinen Ohren noch nach.

Mit diesem weissen Schlusspunkt und einem entsprechenden Knall entliess uns der Hafen von Southampton auf die lange Reise über das Meer. Nun ist für die nächsten sechs Tage nur noch Wasser angesagt, bevor wir am kommenden Freitag in New York einlaufen werden.
