- Details
- Kategorie: Atlantik, USA und Mexico 14 - Teil 1 Transatlantik mit der Queen Mary
USA / Mexico 14 - Falsche Lektüre, aber trotzdem irgendwie passend
Am 15. April 1912 war ein Schiff auf derselben Route (Southampton - New York) wie wir. Nach einem Zusammenstoss mit einem Eisberg sank die leckgeschlagene Titanic innerhalb kurzer Zeit und riss 1’496 Menschen in den Tod im eisigen Wasser des Nordatlantiks. Im National Geographic vom April 2014 las ich einen guten Artikel über die Katastrophe. Die Lektüre passt irgendwie nicht zu meinem Aufenthalt an Bord der QM 2, hier eine angenehme Kabine, ein schöner Pool, viele Restaurants, genügend warmes Wasser für zwei mal täglichen Duschen, dort das eiskalte Wasser! Im Laufe des späteren Mittwochs oder frühen Donnerstag werden wir die Stelle passieren, an der vor 102 die Katastrophe stattfand. Ich hoffe, dass mir ein solches Schicksal erspart bleibt. Auf diesem Schiff ist ein Untergang beinahe nicht vorstellbar!

Auch heute blies wieder ein sehr starker Wind, so dass die oberen Plattformen gesperrt waren. Am späteren Nachmittag wurden dann einzelne Ausgänge wieder geöffnet, so dass ich noch einige Runden an der frischen Luft machen konnte.

Diese Herrschaften brauchen keine frische Luft, bereits ab dem frühen Morgen (oder noch Spätheimkehrer von gestern Abend?) waren sie schon an den Slotmachines, um ihr Glück zu versuchen. Ein trauriger Anblick! Aber für die Reederei sicher eine gute Einnahmequelle.

Der grosse Speisesaal für die Gäste der besseren Kategorien. Hier ist ein Jackett Pflicht, was eigentlich ganz angenehm ist. Im Selbstbedienungsrestaurant erscheinen die meisten Gäste im Jugo-Frack oder sonstigen losen Kleidern, welche die schwabbeligen Bäuche und Hintern so richtig voll zur Geltung kommen lassen. Mich reizt das Essen mit deinen Kumpanen dann doch eher weniger! Für England typisch herrscht auch auf dem Schiff eine klare Mehrklassen-Gesellschaft.

Der grosse Ballsaal, wo tagsüber Kurse in den verschiedensten Tanzarten stattfinden. Nichts für mich, der Saal stahlt aber eine gewisse Festlichkeit aus.

Gerade als mich etwas an die frische Luft wagte, erschien in nicht allzu grosser Ferne ein kleineres Frachschiff, welches in die entgegengesetzte Richtung unterwegs war. Sonst ist - ausser Wasser selbstverständlich - nicht viel zu sehen. Am früheren Morgen sah ich eine Gruppe von Nordic Terns, die weit ab vom Land auf der Jagd waren. Ich staune immer wieder über die grossen Distanzen, welche einzelne Vogelarten zurück legen, damit sie zu ihrem Essen kommen. Da ist es auf der QM 2 schon einfacher, die einzige Qual ist die Auswahl des Restaurants.
