- Details
- Kategorie: Zambia 21
Gamedrive im North Luangwa Nationalpark
Nachdem wir gestern nach unserer Ankunft im Park die Zelte aufstellten, machten wir uns heute schon früh auf. Wir wollten einen ganzen Tag im North Luangwa Nationalpark mit einem Gamedrive verbringen. Zuerst mussten wir aber den Fluss überqueren, um in den eigentlichen Nationalpark zu kommen.

Eine eigentliche Brücke gibt es hier nicht, stattdessen wird hier ein sogenannter Pontoon über den Fluss gezogen. Die Autos werden auf die Fähre gefahren und dann über den Fluss transportiert.

Unser Landcruiser ist schon auf der Fähre zur Überfahrt bereit, wir warteten während der Ladeprozedur auf dem Land. Es dürfen ausser dem Fahrer keine Passagiere im Auto sein, falls etwas schief gehen sollte. Wir hielten uns während der Überfahrt am Auto fest.

Der Pontoon wird von einem jungen, starken Mann von Hand über den Fluss gezogen. Mit einem Holzprügel zieht er die „Fähre“ über das Wasser. Eine ziemlich anstrengende Arbeit, die wir mit einem Trinkgeld belohnten, was sehr geschätzt wurde. Glücklicherweise war die Strömung nicht sehr stark, sonst wäre die Arbeit wohl noch viel anstrengender gewesen.

Auf der anderen Seite des Flusses wartete ein ebenso abenteuerlicher Steg auf uns.

Baumäste nebeneinander gelegt bilden eine Art Steg, über den unser Landcruiser schliesslich wieder festen Boden erreichte. Der feste Boden war aber mehr oder weniger tiefer Sand, der nur mit 4x4 zu meistern war. Die ganze Prozedur war dann bei der Rückkehr zum Camp zu wiederholen.

Ein eindrücklicher, grosser Elefant begrüsste uns auf einem offenen Feld, er war nicht sehr erfreut, dass wir über sein Essen fuhren und liess und dies mit lauten Trompeten-Tönen wissen. Ein eindrückliches Tier!

Immer wieder hübsch sind die Saddle-billed Stork anzusehen. Die schwarzen Beine mit den roten Knien und dem schwarz-weissen Federkleid passen gut zum schwarzen Hals und dem rot-schwarz-roten Schnabel. Den gelben Fleck - den Sattel - auf dem Schnabel sieht man auf diesem Bild leider nur andeutungsweise.

Am Flussufer war eine grosse Zahl von Yellow-billed Storks - zu Deutsch Nimmersatt - versammelt. Diese besprachen sich wohl, wo sie die Nacht verbringen sollten.

Auf der Rückfahrt zum Camp sahen wir noch einen Squirrel, ein Tier vergleichbar mit unseren Eichhörnchen. Diese leben hier in Baumhöhlen. Dieses Exemplar hat sogar noch einen Balkon vor seiner Wohnung, von welchem er eine schöne Aussicht genoss. Die letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages wärmten ihn noch für die kommende kühle Nacht.

Den White Egret konnte ich nur noch im Flug fotografieren, er liess mir keine Zeit, ihn noch am Boden zu portraitieren.

Grosse Teile des North Luangwa Nationalparks sind noch mit grossen Mopane-Bäumen bewaldet. An den meisten anderen Orten sind diese imposanten Wälder längst verschwunden, da die Einheimischen diese zu Holzkohle verarbeiten, um damit zu kochen und ihre Behausungen zu heizen. Auch die Elefanten drücken immer wieder grosse Bäume um, damit sie an die Blätter kommen. Die hohe Elefantendichte führt an vielen Orten zu einem Verschwinden der Bäume und einer Versteppung der Gegend. In früheren Zeiten hatten die grossen Dickhäuter noch viel mehr Platz, um ihren Nahrungsbedarf zu stillen.
