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- Kategorie: Winterreise 12 / 13 - Thailand 13
Die unbändige Wut der Burmesen
Ayutthaya ((Thai: พระนครศรีอยุธยา) war anscheinend eine der schönsten Städte Asiens, zumindest wenn es nach den ersten Europäern geht, die hier zu Besuch waren. Die Stadt, einst die Hauptstadt eines grossen Reiches, liegt auf einer Insel am Zusammenfluss dreier Flüsse: Maenam Chao Phraya, Pasak und Lopburi, etwa 70 Kilometer nördlich der atuellen Hauptstadt Bangkok. Im 14. Jhdt. befand sich die Stadt noch in der Nähe der Küste des Golfs von Thailand, als Ergebnis der jahrhundertelangen Sedimentbildung liegt sie heute ca. 100 Kilometer entfernt von der Küste.
Am 7. April 1767 überrannten Burmesen die Stadt und zerstörten sie nahezu vollständig. Die Hauptstadt wurde dann nach Bangkok verlegt, weil sie dort besser zu verteidigen sei. Die Wut der Burmesen sieht man heute noch an allen Ecken der Stadt, der ehemalige Königspalast besteht nur noch aus Ruinen, die meisten Tempel sind ebenfalls zerstört.

Die TukTuk in Ayutthaya sind ganz speziell: Froschgrün, Feuerrot und Pink sind nur einige der vorherrschenden Farben. Zudem sehen sie für unser Verständnis von Fahrzeugen eher seltsam aus.

Eine andere Fortbewegungsart vor allem für Touristen sind die Elefanten: Herausgeschmückt tragen sie die Fremden von Attraktion zu Attraktion.

Eine moderne Tempelanlage wird sehr viel besucht: Sie steht innerhalb des ehemaligen Königspalastes und entspricht der modernen Thai-Sakral-Architektur. Er wurde errichtet, um eine grosse Buddha-Figur zu schützen, welche viele Jahre den Elementen ausgesetzt war.

Die Figur ist vom Boden aus knappe 17 m hoch, vollständig vergoldet. Das Gold war ohne den Hüllbau natürlich nicht mehr vorhanden, wurde aber wieder ersetzt.

Im Tempel hinterlassen die Pilger allerhand Gaben für Buddha. Taschenlampen für die fehlende Erleuchtung, Zündhölzer für das ewige Licht sowie WC-Papier für die weltlichen Bedürfnisse Buddhas, wenn er denn solche haben sollte. Daneben natürlich allerhand sonstige Leckereien.

Die meisten kleineren Buddha-Statuen werden von den Pilgern mit feinen Gold-Plättchen verziert, diese beiden befestigen gerade ihr Gold an der Statue.

Beim ehemaligen Königspalast stehen diese drei Stupas noch mehr oder weniger unversehrt, während die restlichen Mauern schon lange eingestürzt sind und nur noch einen Haufen rötlichen Schutt darstellen.

Ich ging immer davon aus, dass Buddhisten friedliebende Menschen seien. Hier zeigt sich ein ganz anderes Bild: Die Burmesen - auch sie Buddhisten - verschonten nicht einmal die religiösen Symbole, ihre unbändige Wut zerstörte einfach alles. Also ist die Friedfertigkeit der Buddhisten wohl doch eine Mär.

Noch mehr Zeugnisse der Zerstörungswut, nur mehr nahezu unerkenntliche Teile der Statuen liegen hier herum.

Dieser Kopf einer Statue wurde von einem Baum regelrecht eingewachsen und bildet nun ein bekanntes Postkarten-Sujet.

Eine nahezu vollständig erhaltene Statue mit einem ganz friedlichen Gesichtseindruck. Die Position Buddhas nennt sich „geerdet".

Eine weitere Tempelanlage etwas ausserhalb der Innenstadt. Diese Anlage weist auf ihre Herkunft hin: Die Khmer bauten sie vor ihrem Rückzug nach Angkor Wat, wo sie gegen Ende ihrer Herrschaft nahezu ausschliesslich ansässig waren.

Eine vergoldete Stupa (hier Chedi genannt) an einem Flussufer. Sie wurde erst in jünger Zeit gebaut und lässt vermuten, wie die Stadt einst ausgesehen haben mag.
