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- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Thailand
Unglaubliche Vielfalt, von allem!
Anstatt auf der Schnellstrasse in Richtung Norden zu brausen, wählten wir eine Nebenstrecke durch landwirtschaftliches Gebiet entlang der endlosen Strände an dieser Küste. Bereits beim Frühstück fiel heute starker Regen, liess dann aber schon bald nach und es klarte auf.

In einem der unzähligen Ölpalmen-Haine war gerade die Ernte der Früchte im Gang und wir nahmen einen Augenschein. Ein kräftiger Bursche trug die schweren Fruchtstände zur Strasse, wo sie später auf einen Pickup umgeladen wurden. Die Früchte werden zu 4 Baht / kg an die Ölmühlen verkauft, was bedeutet, dass ein solcher Fruchtstand mit geschätzten 25 kg Gewicht geradem mal etwa 3 CHF wert ist.

Eine Detailansicht eines Fruchtstandes. Einige Früchte sind aufgeschnitten und es zeigt sich der Kern der Frucht. Dieser wird ebenfalls gemahlen und dient der Ölgewinnung. Dieses ist als Endprodukt teurer, als das Öl des Fruchtfleisches.

Erst als ich gerade wieder einsteigen wollte, bemerkte ich das Skelett einer grossen Schlange, welches unter diesen Früchten lag. Geschätzten 1.5 m Schlange möchte ich nicht in der freien Natur begegnen.

Gummi ist auch in dieser Gegend ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, hier trocknen die Latex-Matten, das für den Verkauf vorbereitete Zwischenprodukt. Dieses kann über längere Zeit gelagert werden, bis die Preise gerade günstig sind oder ein dringender Geldbedarf besteht.

Nicht nur landwirtschaftliche Produkte gedeihen hier ausgezeichnet. Auch Buddhas scheinen an allen Ecken aus dem Boden zu spriessen. Diese Statue ist noch im Rohbau, doch auch so misst sie gut und gerne 25 m in der Höhe.

Ein Tempel vor dem Rohbau-Buddha wird von unzähligen kleinen Statuen umgeben. Eine einzelne genügt nicht, im Buddhismus liegt das Heil wohl in der schier endlosen Wiederholung. Die meisten der Figuren sind denn auch identisch - zumindest in meinen Augen.

Eine weitere Galerie von Buddha-Figuren sowie Mönche mit ihren Bettelschalen. Auch hier wieder die vielen, gleichen Muster. Dahinter im Wald weitere mythische Figuren, die auf den ersten Blick nicht viel mit dem Buddhismus zu tun haben. Doch davon an anderer Stelle mehr.

Mich erinnern diese Figuren eher an Gestalten aus den Hindu-Tempeln, wie ich sie in Sri Lanka sah. In Thailand und anderen buddhistischen Ländern begegnete ich ihnen noch nicht, ausser wiederum in hinduistischen Anlagen, von welchen es in grösseren Städten einige wenige gibt.

Auch die Bedeutung dieser Skulptur erschloss sich mir nicht und ich fand auch keinerlei Hinweis auf deren Aussage. Ein Kind trägt seine Eltern in einer Waage? Macht nicht viel Sinn. Interessant ist diese Statue aber allemal.

Immer wieder trafen wir in Meeresnähe auf solche Wasserflächen, wo motorgetriebene Paddel Luft ins Wasser rührten. Hier werden Crevetten gezüchtet, welche nicht nur in Thailand lokal gegessen, sondern unter anderem auch in die Schweiz exportiert werden. Crevetten sind ein wichtiger Wirtschaftszweig für Thailand, dem leider immer mehr Mangroven-Wälder entlang der Küsten geopfert werden.

Wir hatten heute Glück, da gerade eine „Ernte“ im Gang war, konnten wir die Verarbeitung der Crevetten beobachten. Wir fragten die Frauen, ob wir fotografieren durften, was problemlos möglich war. Die aus dem Wasser gezogenen Crevetten werden in grossen Behältern in Wasser gelagert und dort mit viel Eis gekühlt. So bleiben sie am Leben, die Lebensfunktionen werden jedoch sehr stark herunter gesetzt. An diesem Tisch werden die Tiere dann manuell in zwei Klassen sortiert: 1. und 2. Qualität, je nach Grösse der Tiere. Ganz kleine Exemplare fliegen in einen separaten Behälter, was mit ihnen geschieht, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Die Körbe sind bereit zum Verladen, jeder enthält dieselbe Menge an rohen Crevetten. Die beiden Hübschen im Hintergrund führen genau Buch über jeden einzelnen Korb.

Lastwagen nehmen die beladenen Körbe auf und transportieren sie gekühlt zum nächsten Verarbeitungsschritt, der Verpackung und Rüstung. Dies konnten wir nicht ansehen, diese Fabriken sind anderswo.
Eine Geschichte möchte ich noch erzählen, ich habe noch nie vergleichbares erlebt: Wir tankten unser Auto voll und ich sah am Display, dass das Benzin 1120.00 Baht kostete. Verwirrt von den vielen Ziffern gab ich dem jungen Tankwart 1200 Baht worauf er mich ansah und meinte „20 Baht“. Er zeigte auf das Display und hielt mir eine 100 Baht Note hin. Mir ging ein Licht auf und ich tauschte die Note. Hätte er mich nicht auf meinen Fehler hingewiesen, hätte er mit den 80 Baht, etwa 3 CHF, einen guten Tagelohn erhalten. Seine Ehrlichkeit bringt im hoffentlich ein gutes Karma!
Im heutigen Hotel, etwa eine Fahrstunde südlich von Hua Hin begaben wir uns an den Pool, ich in den Pool, Thomas schnell ins Meer. Kaum war er im Wasser schoss er wieder hinaus: Eine grosse Qualle erwischte ihn am linken Arm, eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Seine diversen Salben und Pülverli helfen ihm hoffentlich!
