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- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Thailand
Schlussspurt nach Hua Hin
Knappe 100 km hatten wir noch zu fahren, als wir uns heute morgen von unserem Hotel verabschiedeten. Wir waren die einzigen westlichen Gäste beim Frühstück, entsprechend war das Angebot eher auf Thais und andere Asiaten ausgerichtet. So sehr ich deren Essen am Abend schätzte, so wenig kann ich mit den warmen Speisen zum Frühstück anfangen. Ich beliess es dann bei einem Kaffee und einigen Stücken Melone. Das reichte für heute aus.
Wir wollten auch für die letzte Strecke nicht die Schnellstrasse nehmen, sondern uns langsam an unsere letzte Station Hau Hin herantasten. In diesem Sinne sollte es auch kein Schlussspurt werden, sondern ein gemütlicher Bummel durch das zu Beginn noch ländliche Thailand mit einigen Entdeckungen entlang des Weges.

Ein Schild warnte uns, dass sich in dieser Gegend kleine Affen frei bewegen, wir sahen denn auch den einen oder anderen, hielten aber bewusst Abstand.

Die bizarren Felsen bieten offenbar viele Verstecke für die Tiere, Futter finden sie hier genug. Und Klettergelegenheiten ebenfalls.

Zuhinterst in einem der Täler stand zwischen den Felsen ein schöner Tempel, welcher menschenleer war. Sämtliche Türen geschlossen und auch die Häuschen dahinter waren verlassen. Am Rand der Anlage bemerkte ich einen hohen Kamin, welcher auf einem kleinen Haus befestigt war. Dies war offenbar das Krematorium der Anlage und vermutlich wird der Tempel nur für Abschiedsfeiern gebraucht.

Ein weiteres Gebäude war ebenfalls abgeriegelt, so dass ich nur von aussen fotografieren konnte. Vier identische Aufgänge zur Plattform waren oben mit jeweils einem Drahtgitter verschlossen.

Das Dach selber ist stark verziert, kaum gibt es eine freie Stelle. Überall Figürchen, Bilder oder auch kleine Glöckchen.

Einige Zeit später war bei einem ganz neuen Tempel viel Betrieb, offenbar war er erst kürzlich fertiggestellt und zog deshalb viele Leute an. In meinen Augen wirkt diese Anlage alles andere als schön und verglichen mit allen Tempeln, welche ich bisher in Thailand sah, wirkt er sehr unfreundlich und abschottend.

Die Wächter an den Treppen schauen grimmig aus ihrer martialischen Bekleidung. Genau wie der Tempel tragen auch sie ein Kettenhemd, was bei Wächtern ja noch verständlich ist. Ein Tempel mit einen Kettenhemd!? Da gefallen mir die unzähligen Tempel, welche ich im Laufe meiner Reisen in Asien fotografieren konnte schon viel besser. Zum Teil etwas stark verspielt und manche gar eine richtige Farb- und Buddhaorgie setzten sie einen angenehmen Kontrapunkt.

Bereits in den Aussenquartieren der nächsten grösseren Stadt zeigte sich, dass wir uns einer stark von Touristen frequentierten Gegend näherten. Hua Hin ist bei sehr vielen Europäern beliebt, sie mieten oder kaufen sich hier Häuser oder Wohnungen in meist ausschliesslich von Ausländern bewohnten Anlagen und leben oft ganzjährig in Thailand. Dementsprechend gibt es in und um Hua Hin sehr viele grössere und kleinere entsprechende Wohnanlagen. Jeder Landbesitzernversucht auf jedem noch so kleinen Fleckchen ein Projekt für Ausländer zu realisieren. Da wird dann oft mit Namen bekannter Städte in den Herkunfstländern der gewünschten Käufer geworben.
Auch sonst ist die Infrastruktur der Stadt nahezu vollständig auf den Tourismus ausgerichtet. Neben unzähligen Restaurants gibt es auch viele Einkaufsgeschäfte und die übliche Anzahl an Kleinhändlern, welche Kleider, Schuhe, Rücksäcke und alle möglichen „typischen“ Thai-Souveniers an den Mann oder an die Frau bringen wollen. Angeblich soll auch die medizinische Versorgung hervorragend sein.
Die gute Infrastruktur setzt sich auch bei den Hotels fort. Wir besuchten das Anantara Hotel etwas nördlich der Stadt direkt am Meer, ein 5*-Hotel, in welchem ich ein ausgezeichnetes Angebot erhielt. Die letzten beiden Tage werden wir wohl vor allem in Hua Hin und im Hotel verbringen. Viel Neues werden wir kaum mehr erleben, die Reise aber noch etwas ausklingen lassen und die Zeit am Pool geniessen.
