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- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Burma
Mönche und Zigarren

Die Sonne ging heute kurz nach 6 Uhr auf, sie beleuchtete eine grosse Brücke über den Irrawaddy, die teilweise noch im Dunst lag. Um diese Zeit herrschte noch kein Verkehr, auch auf dem Fluss war noch Ruhe. Wir legten bereits um 6 Uhr von unserem Nachtquartier los und fuhren nordwärts.

Ich begab mich auf das Oberdeck, wo ab 6 Uhr jeweils frischer Kaffee zur Verfügung steht. Kaum war ich oben, flog ein hübscher Vogel in die Glastüre und blieb dann auf dem Boden liegen. Nach einigen Minuten flog er auf eine Stuhllehne und sass dann dort nochmals für eine knappe Viertelstunde, bevor er sich schliesslich davon machte. Vermutlich hatte er starke Kopfschmerzen von der Kollision mit der Türe. Zum Glück überlebte er das Abenteuer.

Einige der Flusstaxis werden durch Motore angetrieben, andere werden gerudert. Wieder andere nutzen den Wind, um mit Segeln über zu setzen.

Heute morgen machten wir einen Ausflug aufs Land zu einem alten Kloster in einer Ortschaft beim Fluss. Wir wurden mit Trishaws transportiert, jeweils ein Tourist pro Vehikel. Ich fühlte mich ziemlich blöd, mich in der Gruppe durch die Gegend pedalen zu lassen. Die Einheimischen bestaunten uns ganz so, wie wir sie bestaunten, die ganze Prozession machte vermutlich einen ziemlich lächerlichen Eindruck.

Das Kloster war früher mal sehr gross mit bis zu 700 Mönchen, da der Vorsteher in buddhistischen Kreisen sehr berühmt war. Seit er starb, nahm die Zahl der Mönche stark ab, nun sind es nur noch etwa die Hälfte. Viele Häuser stehen leer und die ganze Anlage machte einen ziemlich verwahrlosten Eindruck.

Ein junger Mönch studierte in diesem Haus seine Schriften, sein neugieriger Blick schweifte von Zeit zu Zeit weg von der Schrift zu uns Touristen. Anscheinend waren wir ebenso interessant wie die religiösen Texte.

Auf einem Blatt ruhte sich eine Libelle aus, sie liess sich von mir nicht stören, so dass ich sie problemlos fotografieren konnte. Ein faszinierendes Tier!

Eine weitere Station war eine Zigarrenmanufaktur, in der Frauen dicke Zigarren drehen. Tabak wird in einem Maisblatt zusammen mit Sägemehl einer bestimmten Baumart zu etwa 4 cm dicken Rollen gedreht. Eine Zigarre kostet 100 Khat, etwa 10 Rappen. Kotzen ist eine gratis Zugabe. Ein starker Mitreisender kaufte vier Stück, hat sie jedoch noch nicht geraucht. Ich freue mich auf sein grünes Gesicht, wenn er sie auf dem Schiff raucht.

Eine Dreherin verdient im Akkord für 8 Stunden Arbeit zwischen 1’000 und 1’500 Khat. Viel anstrengende Arbeit für wenig Geld.
Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Schiff und liessen die Landschaft langsam vorbei gleiten. Immer wieder zog ein leichter Regen über den Fluss und liess die Temperatur auf etwa 28 Grad fallen. Brrr!
Einer der Mitarbeiter auf dem Schiff zeigte uns, wie Burmesen ihre Tücher binden, welche die Männer anstelle der bei uns üblichen Hosen und die Frauen statt Röcken tragen. Sehr vielfältige Verwendungsmöglichkeiten von Beinbedeckung über Tragetaschen zur Kopfbedeckung bietet dieses 1x1 m grosses Tuch.
