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- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Burma
Ein erster Nachmittag auf dem Wasser
Nach dem Securitydrill und dem Mittagessen hiess es heute „Leinen los!“ und wir stachen in See oder vielmehr in den Fluss.

Wir entfernten uns vom Anlegesteg beim Hafen von Yangon und machten uns durch den 34 km langen Twante-Kanal auf den Weg zum Irrawaddy.

Etwa in der Mitte des Kanals trafen wir auf eine Brücke über den Kanal und begegneten einem grossen Frachtschiff, welches Kies geladen hatte.

Ein anderes Frachtschiff, auch dieses mit Kies beladen, wurde am Ufer entladen. Manuell durch viele Träger, welche jeweils einzelne Körbe voller Kies ans Ufer trugen und rennend wieder zum Schiff zurückkehrten. Oder wie ein Freund von mir sagt: BWS, Beid Wääg seckle! Eine mörderische Arbeit in der feucht-heissen Luft!

Der Kanal ist von einfachen Häusern oder eher Hütten gesäumt, die auf Stelzen gebaut sind. Und wie nahezu überall auf der Welt: Je einfacher die Häuser, desto pompöser die Tempel. Stroh für die Einwohner, Gold für die Popen!

Ein Schulbus im Irrawaddy-Delta lud gerade einen Teil seiner kindlichen Fracht aus, als wir mit unserem Schiff vorbei zogen. Die Kinder winkten uns, Touristen sind in Burma immer noch eine Seltenheit und haben deshalb einen gewissen Neuigkeits-Wert. In einigen Jahren wird auch in diesem Land der zunehmende Tourismus diese Neugierde gestillt haben. Schade, aber wohl nicht aufzuhalten.

Am späteren Nachmittag zog eine breite, dunkle Gewitterwand auf, der Himmel verdüsterte sich rapide und ein starker Wind kam auf.

In der Ferne verfärbte sich der Fluss gelb, ein Zeichen des einsetzenden Regens. Bald schon prasselte das Wasser aufs Schiff und machte das Gehen auf den Edelholz-Planken sehr schwierig, da diese äusserst rutschig wurden.

Bald schon liess der Regen nach und die Sonne zeigte sich kurz vor ihrem Untergang nochmals für einige Minuten am Himmel. Die Temperatur fiel trotz des Regens nur unwesentlich, lediglich die Luftfeuchtigkeit stieg merklich an. Unter 30 Grad C fiel das Thermometer während des ganzen Tages heute nie.
