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- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Burma
Pyin Oo Lwin - die Sommerfrische der Briten
1896 installierten die britischen Kolonialherren auf 1070 m.ü.M. einen militärischen Aussenposten in Pyin Oo Lwin, der bald als Sommerfrische für die Bewohner von Mandalay genutzt wurde und schnell wuchs. Die angenehme Temperatur auf dieser Höhe gefiel den Briten besser als die staubige Hitze Mandalays im Sommer.

In vielen ihrer ehemaligen Kolonien legten die Briten botanische Gärten an, damit sie sich im Schatten der grossen Bäume und am Anblick der schönen Blumen verlustieren konnten. So auch hier. Kürzlich wurde diese farbige Installation errichtet, mir diente sie heute als Notizbucheintrag, damit ich mir den Namen der Stadt merken konnte.

Eine Pagode wird als Bamboo Pagoda bezeichnet, zwar ist nicht das Gebäude aus Bambus, sondern „lediglich“ die Buddha-Statue. Auch sie wurde vergoldet. Der Mönch stand in Achtungsstellung vor der Statue, die offensichtlich vor lauter Freude über so viel Beachtung farbige Strahlen versprühte.

Die schöne Pagode liess sich heute von aussen gut fotografieren. Dank der gut 1000 m Höhe und einiger Wolken heizte die Sonne die Steinplatten nicht ganz so stark auf, so dass sie auch ohne Schuhe einigermassen gut begehbar waren. Die weissen Wolken liess Buddha absichtlich für mein Bild auffahren. Immer nur blauer Himmel war auch für ihn zu eintönig.

Einige junge Mädchen liessen sich gerne fotografieren, sie posierten leicht scheu, vermochten aber trotzdem zu lächeln. Ihre Thanaka-Ver(un)zierungen sind gut sichtbar. Trotz ihrer westlichen Kleidung tragen sie das traditionelle Make-up. Wie lange dieser Brauch wohl überlebt?

Zwei Wasserfälle sind weitere Attraktionen dieser Gegend. Den grösseren konnten wir leider nicht besuchen, da dazu ein je etwa 45 minütiger Spaziergang notwenig gewesen wäre. Über die unebenen Wege wäre mir dies zu weit. So nahmen wir mit dem kleineren Vorlieb, der nur wenige 100 m vom Parkplatz entfernt lag. Die Einheimischen gingen zu Fuss durch das Wasser auf die andere Seite des kleinen Flusses. Eine erste, kleine Stufe fällt etwas mehr als einen Meter, die nächste Stufe ist dann knapp 10 m hoch.

In den Wirbeln des fliessenden Wassers sammelt sich allerlei Dreck, den die Besucher in den Fluss werfen. Schade, dass sogar bei einem beliebten Ausflugsziel nur wenig Rücksicht auf die Umwelt genommen wird. Wie ich schon mehrfach schrieb, sollte sich auch diese Tradition bald ändern.

Im Zentrum der kleinen Stadt stiess ich auf dieses Geschäft, das sich Eternal (Ewigdauerndes) Computer Training Center, Services and Public Nework Access nannte. Ganz für die Ewigkeit schien das Business-Modell doch nicht angelegt gewesen sein, das Geschäft stand schon zum Verkauf. Oder der Schriftenmaler hat sich einfach im Adjektiv vergriffen.

Die National Kandawgyi Botanical Gardens sind eine schön angelegte Parkanlage, in welcher wir einen kurzen Spaziergang machten. Selbstverständlich gab es auch in diesem Park mehr als eine Pagode. Im künstlichen See spiegelten sich gerade beide Strukturen.

Mit einer kleinen Sichel schneidet diese Arbeiterin den schon kurzen Rasen noch weiter. Nahezu jeder einzelne Halm wird manuell auf die Norm-Grösse zurückgestutzt und dies erst noch ohne einen Massstab. Menschliche Arbeitskraft ist auch für diese Arbeit immer noch günstiger als ein motorisierter Rasenmäher.

Ein Grundgebot für Buddhisten ist der Verzicht auf Alkohol. Dies gilt für alle Gläubigen, für Mönche gilt ein noch strengeres Verbot. Das dichte Blattdach im Garten ermöglicht diesen jungen Mönchen den Genuss des Rauschmittels, da sie nicht einmal Buddha darunter erspähen kann. Ganz nüchtern ist keiner dieser Klosterbewohner mehr.

Diese Holzkutschen stammen aus dem späten 19. Jhdt., sie wurden von England über Indien nach Burma gebracht und sind hier heute noch im Einsatz. Blattfedern sind das einzige Komfortelement, eine Klimaanlage ist wegen des kühleren Wetters nicht notwendig. Die Vollgummiräder tragen vermutlich auch nicht viel zum Fahrvergnügen bei.

Eine Militärakademie verfügt über diesen grosskotzigen Eingang. Die drei Figuren sind Nationalhelden längst vergangener Zeiten. Eine Militärdiktatur kann sich solche Protzbauten leisten, in einer Demokratie wäre dies wohl unmöglich.

Im Eigenverständnis des Militärs sind sie „The triumphant Elite of the Future“, ein etwa so blöder Spruch wie jener unseres Verteidigungsministers von der „Besten Armee der Welt“. Diese Aussage machte letzterer noch bevor bekannt wurde, dass die weltbeste Luftwaffe nur zu Bürozeiten einsatzfähig ist und so zum Gespött Europas wurde. Solange sie nie zu einem wirklichen Einsatz kommt, ist eine solche Behauptung einfach zu machen. Falsifiziert kann sie nicht werden.
Während des ganzen späten Nachmittags und des Nachtessens rezitierte ein Mönch einer nahe unserm Hotel gelegenen Tempels Verse aus der Lehre Buddhas. Wir hatten den Eindruck, es sei immer dieselbe Zeile. Ich machte eine kurze Aufnahme, welche hier (Buddha Taliban) angehört werden kann. Der geneigte Leser, Pardon, Hörer kann sich so ein eigenes Hörbild machen.
