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- Kategorie: Thailand und Burma 16
Bagan - Der Tag danach, die Schadensbegutachtung

Nach dem gestrigen Erdbeben waren wir heute gespannt auf die Tempelanlagen. 171 Tempel sollen unterschiedlich stark beschädigt worden sein, 3 Personen sollen ihr Leben verloren haben. Die erste Anlage war noch intakt. Buddha liebt offensichtlich seine goldenen Pagoden, diese blieb vom Beben verschont, die nicht vergoldete im Hintergrund links verlor den oberen Teil ihres Turmes.

Die Dorfjugend zeigte sich unbeeindruckt vom gestrigen Geschehen, sie spielten heute schon wieder auf ihren Smartphones. Die Mädchen tragen teilweise immer noch die landestypische „Verzierung“, das spezielle Make-up aus einer Baumrinde. Die Tradition verträgt sich gut mit der modernen Kleidung.

Wir konnten im Laufe des Morgens nicht viel mehr Pagoden besichtigen und besuchten stattdessen einen lokalen Markt. Neben allerlei Früchten und Gemüsen für den täglichen Bedarf wird in Myanmar auch immer die lokale „Droge“ verkauft: Gehackte Betelnuss wird zusammen mit gelöschtem Kalk in einem Blatt des Betelpfeffers eingepackt und dann von vielen Männern gekaut; die häufig kauenden Männer haben ganz dunkelbraun verfärbte Zähne. Der Gebrauch ist in Myanmar vor allem in ländlichen Gebieten immer noch weit verbreitet. Mich faszinieren immer die schön aufgeschichteten Blätter.

Am späteren Nachmittag machten wir uns wieder auf den Weg zu einem kleinen Hügel, von welchem aus sich ein schöner Überblick über das Land bieten sollte. Die ursprünglich auf dem Programm stehende grosse Pagode mit einer ebensolchen Terrasse war leider gesperrt. Auf dem Weg begegneten wir einer Kuhherde inmitten vieler kleinen Pagoden.

Diese kleinere Pagode wurde stark in Mittleidenschaft gezogen: Bei allen Eingängen sind die Überdachungen der Eingänge eingestürzt.

Gerade im Gegenlicht sah diese riesige Pagode sehr interessant aus. Wie ein Scherenschnitt ragen die kleinen Türmchen in den Himmel. Auch bei ihr fehlt jedoch ein Teil der Spitze. Auf der rechten Seite ist nahezu die ganze Seite abgerutscht.

Wiederum verfolgten uns die Souvenir-Verkäuferinnen, diese hübsche junge Dame ist ebenfalls mit dem landestypischen Make-up versehen. Das moderne T-Shirt passt irgendwie zum traditionellen Schmuck. Bei uns würde wohl keine Frau so herumlaufen oder dann mit schrägen Blicken betrachtet werden.

In der Regenzeit sind die Felder schön grün, in dieser Gegend werden vor allem verschiedene Arten von Bohnen und auch etwas Sesam angepflanzt. Die Felder werden um die Pagoden herum angelegt. Die linke Pagode verfügt als eine der wenigen in Bagan über eine vergoldete Kuppel.

Je tiefer die Sonne am Horizont stand, desto wärmer wurde ihr Licht und beleuchtete die Sakralgebäude in den schönsten Farben. Auch von diesem relativ kleinen Hügel ergaben sich wunderschöne Bilder. Ich hatte Mühe, mich beim Fotografieren zu mässigen.

Den Tagesabschluss macht heute ein spezieller Sonnenuntergang über dem Irrawaddy. Die Sonne hinterliess einen seltsamen, roten Strich am Himmel, den ich so noch nie sah.
