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- Kategorie: Thailand und Burma 16
Ein ganz anderer Fluss - Upper Irrawaddy

Schon kurz nachdem wir heute früh losfuhren, verengte sich das Flusstal beim zweiten Engpass des Irrawaddy. Während gut 45 km war der Fluss nur mehr europäisch breit. Die Hügelketten zu beiden Seiten des Flusstales waren je bis ca. 200 m hoch. Das Schiff bewegte sich nur noch mit etwas mehr als 10 km/h fort, da die Strömung sehr stark war.

Dieser Einheimische war mit seinem improvisierten Segelboot unterwegs. Den Motor, über den sein Boot ebenfalls verfügte, hatte er hochgeklappt. Der Wind ist gratis und das Benzin kostet etwa 80 Rappen pro Liter, sehr viel für den einheimischen Verdienst.

Auf den Feldern werden allerlei Bohnen und auch etwas Sesam angepflanzt. Daneben wird Schwemmholz aus dem Irrawaddy „geerntet“, welches dann flussabwärts wieder verkauft wird.

Die steilen Berghänge pflügen die Bauern mit Ochsengespannen. Die Äcker kleben richtig an den Hügeln. Subventionen für Steilhänge sind hier wohl ein Fremdwort.

Die Moderne hat in diesen Häusern schon längst Einzug gehalten: Sonnenkollektoren laden Batterien auf, welche dann Abends für Licht und Fernseh-Unterhaltung sorgen. Einzelne Einwohner besitzen Autos, mit denen sie von hier in recht kurzer Zeit in Mandalay sind. Auch Motorräder sind weit verbreitet. Doch die Mehrheit der Bewohner ist immer noch meist zu Fuss unterwegs.

In einem Dorf besuchten wir den lokalen Markt, Touristen waren ausser uns nicht anzutreffen. Ein schon länger verlassenes Mönchskloster wurde aus Teak-Holz erbaut, mittlerweile hätte es eine sanfte Rennovation nötig. Dazu fehlt vermutlich das Geld, so dass der Bau langsam verfällt. Die Kakteen auf den Gestängen im Vordergrund sind Chrimoya oder Dragon-Fruit Pflanzungen. Bei uns sieht man diese Früchte ab und zu bei den Auslagen der exotischen Früchte, sie werden als Drachenfrüchte verkauft. Diese Früchte sind innen entweder Weiss, Gelb oder Tiefrot, jeweils mit kleinen, schwarzen Kügelchen. Von aussen sieht man die Farbe der Frucht nicht.

Paul wäre nicht Paul, wenn er sich nicht für die Technik interessierte. Auch ein alter Lastwagen chinesischer Bauart zog sein Interesse auf sich. Ausgeschaltet ist dieses Gefährt auszuhalten, wenn es fährt, lärmt der Motor mit dem kleinen Auspuff saumässig. Im Stand tropfe lediglich laufend etwas Diesel und Kühlerwasser auf den Sand.

An anderen Orten werden die Schüler mit einem Schulbus von und zur Schule transportiert. Hier am Fluss ist das eher unpraktisch, zumal die Brücken hier sehr selten sind. Was liegt deshalb näher, als die Schüler auf dem Fluss zu transportieren! Ein Schulboot hilft beim Überqueren des hier wieder breiteren Flusses.
