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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Vietnam 11 / 12
Nha Trang - Cham Tempel und doppelter Buddha
Die Cham-Kultur hinterliess auf einem Hügel in Nha Trang schöne Tempel, welche noch heute in Gebrauch sind. Bereits im 7. Jhdt. entstanden die ersten Bauten, damals noch aus Holz errichtet. Von diesen ist naturgemäss nichts mehr erhalten. Im 9. Jhdt. wurden dann die ersten Steinbauten errichtet, welche die Zeiten überdauerten. Im Laufe der Jahrhunderte wurden sie immer wieder erneuert und erweitert, so dass es heute schwer abzuschätzen ist, welche Teile noch original sind und welche später dazu kamen.

Dies ist eine der ältesten Strukturen. Die dunklen Teile sind älter, während die helleren Backsteine später dazu gefügt wurden.

Der Haupttempel mit dem dreistufigen Dach. Die Spitze steht 25 m über dem Platz, eine beachtliche Struktur angesichts der Entstehungszeit.

Die Tempel werden noch immer zu Wallfahrts- und Gebetszwecken verwendet, viele Einheimische hinterlassen Esswaren als Opfergaben. Von Früchten über Getränke bis hin zu verpackten industriell hergestellten Süssigkeiten findet sich hier alles Mögliche.

Im Innern eines der Tempel steht die Figur einer Göttin, die reich geschmückt ist. Auch hier hinterlassen die Gläubigen viele Nahrungsmittel als Opfergaben. Wie in allen Tempeln Südost-Asiens werden auch hier von allen Besuchern Räucherstäbchen entzündet, welche einen dichten Rauch verursachen und die Wände im Laufe der Jahrhunderte schwarz verfärbten. Atmen in diesem Rauch ist für Ungewohnte sehr schwierig.

Eine weitere Sehenswürdigkeit Nha Trangs ist eine 14 m hohe schneeweisse Buddha-Statue, welche im Schneidersitz in einer stilisierten Lotus-Blüte sitzt. 150 Stufen führen von der Strasse hinauf zur Plattform mit der Statue. Trotz des bedeckten Himmels lief bei mir der Schweiss in Strömen, nicht auszumalen, wie es mit strahlendem Sonnenschein gewesen wäre.

Von unten gesehen thront der Buddha über einer Tempelanlage mit einer Buddhisten Schule auf dem Hügel. Einmal mehr das bekannte Zeichen mit unterschiedlicher Bedeutung je nach Kultur.

Eine Schautafel zeigt ebenfalls die Swastika inmitten anderer Symbole. In Europa würden diese Zeichen ungute Erinnerungen wachrufen, in Asien und anderen Teilen der Welt bewirken sie jedoch genau das Gegenteil.

Eine liegende Buddha-Figur lächelt selig im Schlaf. Zuerst erschloss sich mir der Grund für den Ausdruck nicht, erst als ich die Swastika auf der Brust entdeckte, wurde mir einiges klar.

Vollends erklärte sich das Lächeln als ich die Füsse sah: Buddha trampelte offenbar erfolgreich auf den Nazis herum! Deren Symbol hinterliess bleibende Abdrücke auf seinen Fusssohlen und nun ist er froh, dass er die Swastika wieder als Glückssymbol verwenden kann.
Unser Nachtessen fanden wir wiederum im Zentrum von Nha Trang in einem Lokal, welches heute ausschliesslich von Vietnamesen besucht war.
