- Details
- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Vietnam 11 / 12
Von den Froggies zu den Ruskies
Den ersten Tag des Jahres 2012 begannen wir noch in Hoi An, im Laufe des Nachmittages reisten wir weiter. Den Morgen verbrachten wir im Hotel mit der Organisation der weiteren Reise, insbesondere einer Schifffahrt im Mekong-Delta ausgehend von Saigon.
In Hoi An trafen wir viele Frogs (Frösche), sowohl vierbeinige als auch zweibeinige. Unsere Hotelanlage war mit einigen kleinen Teichen versehen, in welchen sich einige Vierbeiner aufhielten

Nachts machten sich die Vierbeiner mit einen artgerechten Konzert bemerkbar, ihr Vorteil war aber die Abwesenheit von Mücken, die Larven werden von ihnen mit Hochgenuss vertilgt. Die Zweibeiner stammen aus dem Land des kleinen Präsidenten im Westen der Schweiz, sie werden von den Amis so genannt, da sie bekanntlich alles essen. Oder wie sie von sich selber sagen: „On mange tout ce qui bouge“ oder „wir essen alles, was sich bewegt“, eben auch die Schenkel der Froggies.

Viele Vietnamesen, junge wie auch ältere, sahen wir ein Brettspiel spielen, beide Spieler sind intensiv auf das Brett konzentriert und lassen sich durch die Umgebung nicht ablenken. Schon gar nicht durch einen Touristen, der sie fotografiert. Das Spiel heisst Xiangqi, es ist eine chinesische Variante des Schachspieles. Mehr dazu bei Wikipedia.

Ho Chi Minh ist in Vietnam in vielen Dörfern und Städten stark präsent, riesige Plakate zeigen sein Konterfei. Die Plakate sind immer in Rot gehalten, oft zeigen sie auch das Kommi-Symbol von Hammer und Sichel. Viele Vietnamesen scheinen die Plakate zu ignorieren, die staatliche Propaganda interessiert sie nicht besonders. Die Partei hat das öffentliche Leben aber gut im Griff, von freien Wahlen kann hier nicht gesprochen werden, lediglich die Partei-Kandidaten dürfen abgenickt werden. Der ehemalige Ostblock lässt grüssen! Mich erinnert das Ganze auch etwas an die Vorstellungen einer wählerstarken Schweizer Partei am anderen Ende des politischen Spektrums. Nur der Führung genehme Kandidaten dürfen gewählt werden, Abweichler werden unmittelbar aus der Partei und der Gunst der Partei-Führer ausgeschlossen. Im Gegensatz zu Vietnam haben wir in der Schweiz aber doch noch eine freie Wahl unter mehreren Parteien.
Ein kurzer Flug brachte uns am Nachmittag von Hoi An nach Nha Trang, welches einige hundert Kilometer südlich am Meer gelegen ist. Unser Hotel zeigte sich im Internet als schöne Anlage, etwas ausserhalb der Stadt. Bereits beim Warten auf die Formalitäten fielen uns jedoch die vielen wohlbeleibten Männer mit ihren blonden und auch nicht gerade schlanken Frauen auf. Das Hotel wird nicht von Froggies, sondern hauptsächlich von Ruskies besucht. Viel Spass macht uns das nicht, zum Glück haben wir nur zwei Nächte gebucht. Morgen bei Tageslicht sieht die Sache hoffentlich bereits anders aus. Das nächtliche Konzert hatte diesmal eine andere Tonart!
Zum Nachtessen fuhren wir mit dem Taxi ins nahezu 10 km entfernte Stadtzentrum. Ein vietnamesisches Restaurant bot angenehm scharfe Spezialitäten an. Meist ist das Essen sonst eher wenig gewürzt, was für Südost-Asien ungewohnt ist.
