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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Vietnam 11 / 12
My Son und zwei überraschende Begegnungen auf dem Markt in Hoi An
Der Name der Ausgrabungsstätte der Cham-Kultur im Regenwald 50 km von Hoi An entfernt hat nichts mit den Worten in der englischen Aussprache zu tun. Die vietnamesische Schreibweise macht dies sofort klar: Mỹ Sơn. Bei der Vorbereitung der Reise liess ich mich noch verunsichern.
Die Kultur der Cham hinterliess hier einige Tempelanlagen, welche heute zum Unesco-Weltkultur-Erbe gehören. Die meisten der Bauten wurden im letzten Krieg zerbombt, erst langsam wird einiges wieder aufgebaut. Als die Franzosen die Anlage zu Beginn des 20. Jhdts. im Dschungel entdeckten, war alles durch die Vegetation überwuchert und beinahe unsichtbar.

Diese Bauwerke sind schon wieder stark begrünt. Nur dank intensiver Rodungsarbeiten kann die Vegetation im Zaum gehalten werden.

Die Hügel im Hintergrund wurden während des Krieges von den Amis mit dem berüchtigten Agent Orange entlaubt, erst langsam nimmt die Vegetation die Flächen wieder in Beschlag. Die zerbombten Anlagen können leider ohne menschliches Zutun nicht wieder aufgebaut werden. Die Zerstörer haben momentan andere finanziellen Sorgen und können oder wollen sich nicht um die Restaurierung kümmern.

Einige Reliefe sind noch gut erhalten, sie stammen aus dem 10. Jhdt. und zeigen viele Details. Der Rest des Tempels ist nicht mehr erhalten.

Ein anderes Relief an einem noch weitgehend erhaltenen Tempel. Hier ist bereits wieder die Natur am Zurück-Erobern.

Noch mehr Steine aus dem 10. Jhdt. mit Pflanzen, die aus allen noch so kleinen Ritzen quellen. Wenige Jahrzehnte ohne menschliches Dazutun liesse auch diese Anlage wieder im Dschungel versinken. Natürlich nur, wenn nicht nochmals ein Spinner auf die Idee mit einem Entlaubungsmittel kommt!

Den späteren Nachmittag verbrachten wir auf dem Markt in Hoi An, diese Marktfrau bot allerlei Gemüse an, einiges uns bekannt, anderes völlig neu und für uns namenlos. In den meisten lokalen Gerichten kommt viel Gemüse vor, gut möglich deshalb, dass wir das eine oder andere schon ohne Wissen kosteten.

Brigitte kaufte noch Postkarten und Briefmarken, Zeit für mich, die Buchauslage zu durchforsten. Völlig überraschend fand ich eine Kopie einer meiner Lieblings-Krimis, welcher auch mehrfach verfilmt wurde. Wer hätte gedacht, dass es Glauser bis nach Vietnam schaffte.
Bereits in Hanoi trafen wir ein Paar aus Neuseeland, natürlich beim Essen! Vorgestern in Hue assen wir wiederum im selben Restaurant und heute trafen wir die beiden in Hoi An auf dem Markt. Eine kleine Welt, aber die meisten Touristen folgen mehr oder weniger derselben Route durch Vietnam!
