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- Kategorie: Winterreise 12 / 13 - Laos 13
Am südlichen Wendepunkt in Laos
Kurz vor der Grenze zwischen Laos und Kambodscha liegen die grossen Fälle des Mekong und ein Gebiet, in dem noch Flussdelfine leben sollen. Eine zweistündige Fahrt durch eine eher langweilige Gegend brachte uns heute zum Fährhafen, von wo aus wir mit einer Fähre auf die Insel Don Khon übersetzten. Die Gegend heisst „4000 Islands", da sich der Mekong hier ähnlich wie im Delta bei Saigon über eine grosse Fläche verteilt und dabei viele Inseln schafft. Weiter flussabwärts vereinigen sich die einzelnen Teilströme wieder zum grossen Fluss.

Die Fährboote warten am Hafen. Die Motoren ohne Auspuff machen einen Höllenlärm, viele verfügen über chinesische Einzylinder-Dieselmotoren, die neben dem Lärm auch lange schwarze Abgasfahnen hinter sich her ziehen. Glücklicherweise sind nicht viele Boote gleichzeitig unterwegs, sonst wäre die Ruhe und Beschaulichkeit dieser Region dahin.

Fischerboote liegen hier am Ufer vertäut. Die Motoren nehmen die Fischersleute von den Booten weg und sogar mit nach Hause. Offensichtlich wird auch in der sozialistischen Volksrepublik geklaut.

Dieses Langboot dient dem Paar sowohl als Fortbewegungsmittel als auch als Plattform für das Fischen. Im Süden von Laos sind die kegelförmigen Strohhüte noch verbreitet, während sie nördlich von Pakse kaum anzutreffen sind.

Auf unserer Wohninsel Don Khon konnte ich gestern noch beobachten, wie die traditionellen Häuser gebaut werden: Locker aufgeschichtete Backsteine werden anschliessend mit Lehm, der mit Stroh vermischt ist, ausgefugt. Die Fassade wird dann von Hand mit Lehm bestrichen und erhält so ihre glatte Aussenseite. Eine Art Adobe-Bauform. Was ich als Backsteine bezeichne, sind wohl eher Trockensteine: Der Lehm wird in Formen gepresst und die Stücke dann an der Sonne getrocknet.

Ein TukTuk der besonderen Sorte: Der 10-jährige führt seine fünf Geschwister aus. Alle scheinen es zu geniessen und Unfallgefahr besteht hier kaum, es gibt kaum Verkehr. Strassenpolizei, die nach Ausweisen fragt, braucht es hier ebenso wenig.


Diese Frau benützt zusammengebundene Bambus-Stangen, um Beetelnüsse zu ernten. Der Konsum dieser leichten Droge ist hier weit verbreitet, viele Leute haben die charakteristischen dunkelrot verfärbten Münder und Zähne.
Ihr Instrument war so lange, dass ich sogar mit dem Weitwinkel-Objektiv zweimal ansetzen musste! Eine kürzere Stange hätte wiederum ihr nicht geholfen, da die Nüsse sehr hoch hängen.

Ein Sonnenuntergang über dem Mekong macht den Schlusspunkt. Laos ist insgesamt eher beschaulich, alles dauert etwas länger, die Leute sind kaum je in Eile. Hier auf der Insel ist alles noch viel langsamer, sogar die Sonne braucht länger, um ihren Untergang hinzukriegen. Mal sehen, wie lange sie morgen braucht, um wieder aufzugehen.
