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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Laos 12
Symphonie in Gold
Luang Prabang ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes und dies nicht ohne Grund. Viele Tempelanlagen in der Stadt sind mit goldenen Figuren und Fassaden überhäuft. Und an Tempelanlagen mangelt es hier nicht, in einzelnen Strassen steht beinahe Tempel an Tempel, einer schöner als der andere!

Buddha Figuren stehen zuhauf in der Stadt. Ein Hügel im Zentrum ist mit Tempeln übersät, ein steiler Weg führt von der Hauptstrasse hinauf. Eine überlebensgrosse vergoldete Buddhafigur wacht über die Anlage.

Buddha als Lehrer mit den Verehren zu seinen Füssen. Diese hören andächtig zu, wenn ihnen Buddha seine Ratschläge erteilt. Auch diese Figuren sind selbstverständlich vergoldet. Von Buddha gar nicht zu sprechen.

Zwei junge Mönche auf dem Weg hinauf zum Tempel. Diese jungen Männer leben für einige Jahre im Kloster und gehen hier auch zur Schule. Die meisten treten anschliessend wieder aus dem Kloster aus und nehmen ihr bürgerliches Leben wieder auf. Mit ihren orangen Gewändern geben sie der Stadt ein besonderes, friedliches Gepräge.

Eine weitere Tempelanlage mitten in der Stadt, auch hier mit vielen vergoldeten Buddha-Figuren. Die Häuser im Hintergrund beherbergen die Schulzimmer des Tempels, wo die jungen Mönche in den unterschiedlichen Fächern unterrichtet werden. Buddhismus ist nur eines unter vielen Fächern. Wir sprachen heute länger mit einem jungen Mönch, der seit drei Jahren im Kloster lebt und sich zur Zeit gerade auf eine wichtige Prüfung vorbereitet. Sein Englisch war sehr gut, die Sprache ist eines der Schwerpunktfächer neben Naturwissenschaften und natürlich dem Buddhismus.

Mönche auf dem Weg vom Schulhaus zum Kloster, die Schirme tragen sie wegen der intensiven Sonne, nicht wegen des Regens. Alle Mönche tragen ihre Haare sehr kurz geschoren, meist bis auf die Kopfhaut. So ist ein Schutz vor der Sonne absolut notwendig und Baseballmützen sind bei Mönchen natürlich undenkbar. Die Regenzeit beginnt hier etwa Mitte April, dann wird die Temperatur weiterhin bei über 30 Grad liegen, dazu die Luftfeuchtigkeit aber massiv ansteigen. Die Schirme werden dann auch noch eine andere Bedeutung erhalten.

Das Nationalmuseum in der für Laos und den Norden Thailands typischen Architektur, die Landesgrenze ist in Luang Prabang recht nahe und die Kulturen der beiden Länder glichen sich in den vergangenen Jahren stark an. Laos ist zwar kommunistisch, der Buddhismus findet aber auch hier ihren Platz.

Am Abend besuchten wir im lokalen Theater eine Aufführung des lokalen Theaters mit viel Tanz. Die Musik klang in unseren Ohren seltsam, auch die Bewegung der Tänzer war für uns eher fremd. Stark stilisiert und jede Geste mit einer besonderen Bedeutung belegt, erschloss sich der Sinn für uns nicht wirklich. Glücklicherweise erhielten wir einen Zettel mit einer Zusammenfassung der Handlung, so verstanden wir wenigstens ansatzweise den Gang der Geschichte. Hier ging es um die Entführung einer Prinzessin, welche von einem Vogel verteidigt wurde, allerdings erfolglos, denn der Entführer war eine hinterlistige Gestalt, welche am Schluss obsiegte.

Immer wieder gab es Tanzeinlagen von schön geschmückten Tänzerinnen. Das kleine Mädchen links aussen ist vermutlich keine neun Jahre alt, sie hielt aber mit ihren um einiges älteren Mittänzerinnen wacker mit.

Einige mystische Gestalten waren ebenfalls Teil der Aufführung. Die unterschiedlichen Kostüme haben alle ihre speziellen Aufgaben. Für eine Person, welche nicht in dieser Kultur aufwuchs, war die Bedeutung dieser Rollen leider unverständlich. Ich stelle mir vor, dass ein Chasperli-Theater in der Schweiz in unserem Dialekt aufgeführt, für einen Laoten ähnlich unverständlich sein würde.
Hier noch ein Hörbeispiel mit etwas Tanzeinlage, die Filmqualität ist leider nicht über alle Zweifel erhaben, gibt aber doch einen guten Eindruck der Veranstaltung.
