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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Cambodia 12
Ein Abend mit Beatocello

Jeden Samstag Abend tritt der Schweizer Arzt Dr. Beat Richner in Siem Reap zusammen mit seinem Cello im von ihm gegründeten Kinderspital auf. Neben einigen Bach-Werken spielt er auch ein Stück von Pablo Casals und macht, was er auch sehr gut kann: Er bittet die Besucher um Geld für sein Lebenswerk, das kaum beeindruckender sein könnte. Seit 1992 baut er in Kambodscha ein Kinderspital nach dem anderen auf und behandelt absolut gratis unzählige Kinder mit den unterschiedlichen Krankheiten. Tuberkulose, Malaria und Dengue Fieber sind die zur Zeit grössten Probleme im Land. 90% des Budgets der Spitäler werden aus privaten Spenden finanziert. Neben der Arbeit als eine der wichtigsten Kliniken im Land werden hier auch Ärzte und Pflegepersonal ausgebildet.

Das Spital sieht von aussen sehr modern aus, auch der medizinische Teil scheint vorbildlich zu sein. Beat Richner legt schon seit vielen Jahren Wert darauf, dass die Institution auch nach ihm weiter bestehen kann. Deshalb auch sein Focus auf die Ausbildung der lokalen Mitarbeiter, sowohl des ärztlichen als auch des Pflegepersonal.

Beat Richner in Aktion mit seinem liebsten Instrument, dem Cello. Zwischen den Stücken nutzt er die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer immer wieder, um auf die Wichtigkeit von Spenden hinzuweisen.
Dem möchte ich natürlich nicht nachstehen: Meine Leser, die über freies Einkommen oder Vermögen verfügen, mögen doch bitte einige Fränkli oder Euronen spenden. Ich bin überzeugt, dass alles Geld hier einem guten Zweck dient und nicht in First-Class-Flügen irgendwelcher altgedienten Politiker, die als Stiftungsräte um die Welt fliegen, verbrannt wird. Die Details für eine Spende finden sich auf der Website von Beat Richner.

Damit ist auch klar, wo uns die letzte Etappe unserer Reise hinführte: Nach Kambodscha und hier natürlich zu einem Besuch in Angkor Wat, welches wir morgen nach fast genau 11 Jahren zum zweiten Mal besuchen wollen. Wie schon bei unserem ersten Besuch wählten wir das Grand Hotel d‘Angkor aus, welches zur Raffles Gruppe aus Singapur gehört und einen 5* Service bietet. Eines der schönsten Hotels, welches wir kennen!

Der Lift im Hauptgebäude stammt nicht von gestern, er wurde bereits bei der Eröffnung des Hotels in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts eingebaut. Damals noch als kleine Sensation in Asien.
Eine interessante Erfahrung war heute die Einreise am Flughafen, sowie die anschliessende Fahrt in die Stadt. Bei unserem letzten Besuch mussten wir lange für unser Visum Schlange stehen, die ganze Prozedur nahm anschliessend sehr viel Zeit in Anspruch. Nun kann das Visum per Internet beantragt werden und das ganze Einreise Prozedere dauert nur noch wenige Minuten.
Auf der Fahrt in die Stadt fallen zuerst die unzähligen neuen Hotels auf, welche in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen. Früher gab es nur einige wenige Hotels, heute ist die Auswahl gigantisch. Das Grand Hotel ist aber immer noch eines der Besten und sicher dasjenige mit der längsten Tradition. Schon nach wenigen Stunden in Siem Reap gewannen wir den Eindruck einer Stadt, welche dank des grossen Interesses der Touristen an Angkor Wat eine sehr grosse Entwicklung machte. Teuere Autos prägen heute das Stadtbild, wo vor wenigen Jahren noch uralte Rostlauben verkehrten. Die ganze Stadt profitiert vom starken Tourismus, was mir als Besucher das Geldausgeben leichter macht.

Wir geniessen heute Abend noch eine Flasche australischen Weines, den wir von unseren Bekannten Cheryl und Dave in Sydney erhielten. Wir wollen ihn nicht nach Hause mitnehmen, sondern in dieser stilvollen Umgebung würdigen. Dieser grosse Gecko von etwa 25 cm Länge schaut uns von der Decke der Terrasse her zu und frisst hoffentlich alle Mücken, damit wir nicht noch mit Dengue oder Malaria nach Hause zurückkehren müssen.
