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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 7. Etappe Australien
Von der Ananas zum Granitfelsen

Als ich von meinem Campground losfuhr, war auf einem von vielen Feldern in der Nähe eine Ernte im Gang. Selbstverständlich hat mich dies sehr interessiert und ich hielt an, um mir die Sache näher anzusehen. Die Erntearbeiter stehen unter einer schattenspendenden Plane und legen die geschnittenen Ananas auf ein Förderband, welches sie zum Anhänger hochfährt, wo sie in grosse Behälter geladen werden.

Die grossen Ananas-Pflanzen haben allesamt mehrere Früchte, welche in unterschiedlichen Durchgängen geerntet werden. Ich stelle mir vor, wie mühsam es sein muss, zwischen diesen rauhen Pflanzen zu gehen und die reifen Früchte zu schneiden. Die Männer tragen zwar dicke Hosen, aber trotzdem.

Nachdem die Erntearbeiter abgezogen sind, liegen viele Früchte am Boden, diese entsprechen offensichtlich nicht den Anforderungen: Zu wenig reif, zu klein oder sonstwie nicht geeignet. Diesen Umgang mit Produkten kann sich nur ein Land leisten, in dem Überfluss angesagt ist.

Der Traktor zieht einen Wagen mit den grossen mit Ananas gefüllten Behältern zum Lagerhaus, wo sie für den Transport in die grossen Zentren im Süden vorbereitet werden. In dieser Gegend gibt es viele Ananas-Felder, der Anbau scheint sich zu lohnen!

Die nächste grössere Ortschaft auf meiner Reise in den Süden heisst Townsville. 165’000 Einwohner geniessen hier den ewigen Sommer: 320 Tage im Jahr scheint hier die Sonne. Da kann man ja richtig neidisch werden! Entlang dem Meer gibt es eine lange Promenade, die hier „The Strand“ heisst. Von einem kleinen Jetty aus zeigt sich die Stadt hinter diesem goldenen Strand. Im Vordergrund das an vielen Stränden übliche Stinger-Net, welches die Quallen von den Schwimmern fern halten soll.

Hinter dem Stadtzentrum liegt ein Granitfelsen, welcher knapp 300 m hoch ist. Selbstverständlich führt eine Strasse zum Gipfel hoch, von wo aus sich eine schöne Rundsicht ergibt. Und was macht er? Richtig er fährt hoch.

Direkt gegenüber der Stadt liegt Magnetic-Island, welche ihren Namen wie so viele andere Orte Australiens auch, dem Engländer Captain Cook verdankt. Als er 1770 in dieser Gegend auf einer Erkundungsfahrt war, spielte sein Schiffskompass verrückt. Er meinte, die Insel oder vielmehr ihr Eisengehalt sei daran schuld und gab der Insel ihren Namen. Später stellte sich jedoch heraus, dass der Meeresgrund für die Probleme verantwortlich war und die Insel ihren Namen zu unrecht erhielt. Heute ist sie allerdings wieder magnetisch, allerdings mehr für Touristen, welche sie gerne besuchen, um im Regenwald zu wandern.

Townsville ist auch ein wichtiger Hafen, die grossen Verladeanlagen zeuge von seiner Bedeutung. Hier wird unter anderem das Erz aus Mount Isa im Landesinnern verschifft. Die Erze werden mit Güterzügen vom 785 km entfernten Ort hierher gebracht. Das Stadtzentrum am rechten Bildrand verfügt lediglich über einige wenige Hochhäuser, die meisten Gebäude verfügen nur über wenige Stockwerke.

Etwas, von dem ich schon lange berichten wollte, hole ich heute nach: Telstra ist der grösste Telekommunikations-Anbieter in Australien, sein Mobil-Telefonnetz ist dasjenige mit der besten Verfügbarkeit. Ich erhalte meinen Internet-Zugang überall über einen kleinen Hotspot, den ich mit einer SIM-Karte ausgerüstet habe. Diese wird hier für 2 AU$ verkauft, für 5 GB Daten bezahlte ich zu Beginn meiner Reise 50 AU$, etwa 39 CHF. In der Schweiz kostet nur schon die SIM-Karte so viel. Zudem bietet Telstra zur Zeit in allen grösseren Orten an öffentlichen Telefonkabinen ein sehr schnelles WiFi an, welches für 30 Minuten gratis zur Verfügung gestellt wird. Danach muss der Benutzer einen Fragebogen ausfüllen und erhält wiederum 30 Minuten. Dies gilt jeweils für eine Kabine! Da könnte sich unsere S…com ein Stück Kundenservice abschneiden!
