- Details
- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 2: Cairns to Coral Bay
Brigitte im Spital!

Heute früh machten wir zuerst mal einen Besuch im Spital in Charters Towers. Brigitte wurde im Daintree National Park von irgend einem Tierchen in die rechte grosse Zehe gestochen und dieser Stich entzündete sich in den letzten Tagen laufend stärker. Offensichtlich bildete sich eine Infektion und bevor wir nun für einige Tage im Outback im Westen Queenslands verschwinden, wollten wir das Problem angehen.

Das lokale Spital sieht sehr schön aus und flösst schon so Vertrauen ein. Der behandelnde Arzt war ein Inder, der sich der Zehe sehr seriös annahm. Zuerst allerdings warteten wir in der allgemeinen Sprechstunde eine längere Zeit, bis sich eine Triage-Nurse (Krankenschwester) um Brigitte kümmerte und entschied, dass dieses Problem eines Arztes würdig sei.
Das Gesundheitswesen Australiens ist gut ausgebaut, allerdings sind die öffentlichen Sprechstunden in den Notfall-Stationen der Spitäler immer gut besucht. Nach gut zwei Stunden war die Sache erledigt, das Rezept für Antibiotika ausgestellt und die Medikamente in Brigittes Händen. Einmal mehr wurde uns bewusst, dass wir als Schweizer nicht wirklich gerne gesehene Gäste sind: Alle Europäer geniessen in Australien eine Gratis-Behandlung, da diese Staaten den Aussies Gegenrecht bieten. Die Schweizer bezahlen die Behandlung. Cherrie-Picking geht eben nicht immer auf.

Nach einigen Einkäufen ging es weiter in Richtung Westen auf dem Flinders Highway in Richtung Mount Isa. Dabei überquerten wir einmal mehr die Dividing Range, welche die Küste im Osten vom gigantischen Outback abtrennt. 500 m Meereshöhe reichen hier vollkommen aus, um zwei unterschiedliche Landschaften voneinander zu trennen.

Nun sind wir in Hughenden, einem Nest mit einigen hundert Einwohnern. In der Nähe liegt der Mount Walker, von dem aus ein schöner Sonnenuntergang zu sehen ist. Der Berg ragt nur etwas mehr als 150 m über die Ebene, aber die Sicht ist grandios! Die 360 Grad Rundsicht zeigt weder eine Strasse noch eine menschliche Behausung. Im goldenen Licht der untergehenden Sonne fühlt man sich wie im Paradies. Keine Geräusche, die nicht von Tieren stammen, stören den Eindruck.

Unser Camper im Abendlicht mit dem Fast-Vollmond im Himmel. Einige leichte Wölkchen schmücken den Himmel und geben ihm räumliche Tiefe.

Auch das Spinnennetz leuchtet golden auf im Licht der schon tiefstehenden Sonne.

Die Sonne ist schon gut zur Hälfte untergegangen, für einmal nicht im Meer, sondern in der schier endlosen Landschaft.

Einige Wolkenschleier zieren den Himmel und werden von der bereits versunkenen Sonne noch beleuchtet. Morgen hoffen wir wieder auf einen schönen Tag. Und darauf, dass die Strasse in Richtung Westen wieder geöffnet ist.
