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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 2: Cairns to Coral Bay
Undara Lava-Tubes
Vor 190‘000 Jahren - geologisch also erst gerade eben - brach hier der Undara - Vulkan aus, welcher leichtflüssige Lava auslaufen lies. 23 km3 (!!) flossen in ein riesiges Gebiet aus und bildeten diese Lava-Tubes, Röhren aus erkalteter Lava. Den Nationalpark kann man nur mit einer geführten Tour besuchen, was wir heute morgen denn auch machten.

Unser Camper war am frühen Morgen umringt von Kängurus, hier ein Grey Cangaroo. Auch diese sind überhaupt nicht scheu, sie lassen sich problemlos fotografieren.

An diesem Baum ist noch heute eine Markierung sichtbar, welche die ersten Siedler in dieser Gegend mit einem Beil hinterliessen, um den Weg zu markieren. Daher kommt auch der englische Ausdruck „to blaze a trail“.

Der Blick aus einer Röhre auf die tropische Vegetation ausserhalb. Von oben sind die Tubes kaum zu erkennen, lediglich eine etwas dichtere Vegetation weist auf eine Unregelmässigkeit im Untergrund hin. Die ersten Siedler sollen hier auch schon oft Vieh verloren haben, welches in die unmarkierten Löcher stürzte und dabei umkam.

Unsere heutiger Führer machte diese Aufnahme für mich möglich: Manuelle Belichtung von 30 Sekunden bei einer Blende von 4.5 und ISO 100 in völliger Dunkelheit. Die Kamera liegt dabei am Boden und Andrew „malt“ mit seiner Lampe das Licht auf die Wände der Höhle! Vielen Dank an Andrew, der einerseits der Manager der Lodge ist und andererseits auch ein begnadeter Fotograf des Australischen Outbacks. Seine Gallerie ist hier.
Anschliessend fuhren wir nach Süden weiter, da unser Plan auf dem Savannah-Way nach Normanton weiterzufahren unmöglich ist. Die Strasse ist an zwei Stellen seit längerem gesperrt, da die starken Regenfälle im Norden weite Gebiete überschwemmten. Also nun ein neuer Versuch weiter südlich. Von Charters Towers nach Mount Isa und dann weiter nach Tennant Creek am Stuart Highway.
Bereits nach kurzer Zeit fuhren wir an einem Massaker vorbei: Vermutlich ein Road Train (Lastwagenzug mit 4 Anhängern und 53 m Länge!) ist nachts in eine Kuhherde gerast und hat dabei ein halbes Dutzend Tiere getötet. Mit aufgedunsenen Bäuchen lagen die Kadaver links und rechts der Strasse, wo sie nun langsam verrotten, der Abtransport lohnt sich nicht und Aasfresser gibt es ausser einigen Dingos (Wildhunde) nicht. Der Genuss eines saftigen Steaks ist uns für die nächsten paar Tage gründlich vergangen.

Die Gregory Development Road, über welche wir nach Süden fuhren, ist teilweise nur einspurig. Dieses Bild nahm ich durch die Frontscheibe auf, es zeigt, wie sich die Strasse hier verengt und plötzlich nur noch sehr schmal ist. Zum Glück hatten wir heute fast keinen Verkehr, so dass wir die Strasse die meiste Zeit für uns alleine hatten.

Grosse Warnschilder weisen den Autofahrer auf seine Pflicht auf diesen schmalen Strassenstellen hin: Beim Überholen und Kreuzen eines Roadtrains geht das kleinere Fahrzeug von der Strasse und nutzt den Seitenstreifen für das Manöver. Ein Roadtrain weicht nicht aus. Punkt.

Ab und zu muss aber auch ein Roadtrain-Fahrer der Biologie gehorchen und entsprechend finden sich ab und zu Ausstellplätze wo auch die langen Monster von der Strasse können.
Nun sind wir in Charters Towers, wo wir zuerst einmal den Pool geniessen wollten. Kaum waren wir dazu bereit, kam eine junge Australierin mit ihren Sprösslingen und meinte mit einem süssen Lächeln, dass „Maybe there is some Baby poop in the pool“. Unsere Badegelüste waren damit schnell erledigt. Ganz so lustig fanden wir das nicht.
