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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 3: Coral Bay to Sydney
Kein Baum oder eben Nullarbor-Plain

Wir übernachteten in Eucla, noch in Western Australia (WA) und bereits nach einer kurzen Fahrstrecke verliessen wir WA und betraten den Boden von South Australia (SA). Wie jeder Staat in Australien heisst auch SA die Besucher willkommen. Und wie bei nahezu allen Übertritten von einem Staat zum anderen gibt es einen Fruchtfliegen Checkpoint. Das Mitbringen von Früchen, Gemüsen und anderen Pflanzenteilen ist streng verboten, kein Staat vertraut dem anderen - ganz wie in Europa.

Vor uns lag die Nullarbor-Plain, eine baumlose Ebene, die 200‘000 km2 misst, in Ost-West Richtung misst sie maximal 1‘200 km. Damit ist sie das weltweit grösste Stück Kalkstein, flach und fast ohne Bäume. Einige wenige gibt es schon, doch über weite Strecken besteht die Vegetation aus kleinen Büschen und Gras. Unter dem weiten Himmel fühlt man sich bald verloren; zum Glück weist immerhin das schier endlose Teerband den Weg in Richtung Osten.

Auch hier wird vor allen möglichen Tieren gewarnt, welche auf die Strassen rennen können, da sie hier kein Zaun davon abhält. Känguru und Kamele sind auch ausserhalb Australiens bekannt, das mittlere Tier stellt ein ein Wombat dar. Wombats leben nur in Australien, interssante Infos gibt es bei Wikipedia.

Zur richtigen Zeit, May bis Oktober sind in dieser Bucht die Southern Right Wales am Gebären und Aufziehen ihrer Jungen. Im Südsommer sind sie jedoch in der Antarktis am sich Vollfressen, denn während der Reise nach Norden, während der ganzen Zeit in der Great Australian Bight und auch während der Rückreise fressen sie gar nichts sondern leben ausschliesslich von ihren Reserven. 4‘000 km pro Weg ohne einen Bissen Nahrung, dazu noch Milch produzieren für das Junge sind unvorstellbare Leistungen. Da zur Zeit keine Wale hier sind, konnten wir nur die unvergleichliche Aussicht geniessen. Im Hintergrund weisse Sanddünen mit türkisfarbenem Wasser.

Der australische Kontinent franst hier in den Ozean aus. Langsam frisst sich das Meer ins Land, immer wieder brechen Teile ab und stürzen ins Meer. In ferner Zukunft wird Australien wohl ganz im Meer verschwunden sein.

Wie überall sind auch hier die Einrichtungen für die Touristen sehr gut im Schuss. Mit Geländern eingefasste Wege führen durch die instabilen Klippen. Einerseits stellen sie sicher, dass die Touristen den Weg finden, andererseits verhindern sie, dass Unvorsichtige zu nahe an die Abbrüche kommen und sich so leichtfertig in Gefahr bringen. Auch wenn es in der Nullarbor Plain keine Bäume gibt, ist die Gegend doch sehr interessant.
Das Wetter in Australien spielt dieses Jahr verrückt: Im Süden ist es momentan recht kalt, die maximal 25 Grad Celsius sind 10 bis 15 Grad zu wenig. Gleichzeitig versinken New South Wales und Queensland im Regen, Tausende von Einwohnern mussten schon evakuiert werden, da die Flüsse über die Ufer treten und ein Damm überläuft. Sogar in den normalerweise ganz trockenen Gegenden rund um Alice Springs sind viele Strassen gesperrt, weil die Regenfälle die Strassen überschwemmten. Unser Entscheid, trotz der grossen Distanzen in den Westen zu fahren, hat sich voll ausbezahlt, wir hatten (bisher) kein Problem mit gesperrten Strassen im Westen. Nun hoffen wir, dass wir auch den Rest der Reise noch problemlos abschliessen können.
