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- Kategorie: Down Under 09/10 - New Zealand
ROI – Return on Investment
Die Investition in die kleinen Kügelchen des Seasick Medis lohnte sich heute doch noch. Wir fuhren an die Ostküste, nach Kaikorua. Hier sind zwei Dinge speziell: Einerseits gilt dieser Ort als Crayfish Capital on New Zealand, was in der übrigen Welt als Hummer Hauptstadt übersetzt würde. Doch der abendliche Hummer mit einem guten Glas Chardonay wollte zuerst noch verdient sein. Als ehemaliger Unternehmer bin ich natürlich bei jeder Investition um einen entsprechenden ROI bemüht und nach gestern musste da noch etwas kommen. Und hier kommt die zweite Spezialität zum Zug: Wale.
Whalewatching ist die grosse Industrie hier am Ort, früher verdienten die Bewohner ihr Geld mit der Waljagd per Harpune, heute gibt es nur noch Waljagd mit dem Objektiv. Allerdings sind die Wale meist etwa 6 Meilen von der Küste entfernt, genau dort wo die Kontinentalplatte endet und ein 1'600 m tiefer Meeresgraben sich öffnet. Bedingt durch die Mischung einer kalten und warmen Meeresströmung ist dort das Nahrungsangebot sehr vielfältig, so dass auch so grosse Riesen wie die bis zu 18 m langen Spermwhales genügend Futter finden.
Spermwhales sind exzellente Taucher, die bis über 3'000 m tief tauchen und dafür bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben können. Hier sind die Tauchgänge kürzer, meist kommen sie nach 30 – 40 Minuten wieder an die Oberfläche. Täglich futtern sie riesige Mengen an Fischen, Kalmaren und auch gelegentlich Haien. Die fischreichen Gewässer dieser Gegend sind ideale Lebensräume, bieten sie doch genügend Nahrung.


Zwei Wale konnten wir gerade beim Wiederabtauchen beobachten, bei dieser Gelegenheit zeigen die Wale ihre eindrücklichen Schwanzflossen, bevor sie wieder für einen langen Tauchgang an den Meeresgrund schwimmen. Kurz bevor sie tauchen, nehmen sie noch einen letzten, grossen Atemzug und nachdem ihr Rücken auftaucht, erscheint die Flosse.
Meine Schilderungen sind nicht so gut, wie ein Film. Brigitte hat den Wal im Bild festgehalten.
Für uns waren die 6 Meilen recht ruppig, obwohl die See als relativ ruhig galt, nutzten wir unseren Vorrat an kleinen weissen Kügelchen. Damit überstanden wir auch diesen Ausflug ganz ohne K... und konnten den Hummer zur Belohnung voll und ganz geniessen. Ein veritabler Seebär hätte vermutlich über uns gelacht, für uns Beckenrandschwimmer wären die Wellen wohl nicht so ohne Weiteres am Boot vorbei gegangen.
Während unserer Ausfahrt trafen wir noch drei Varianten von Albatross, darunter auch den grössten, den Royal Albatross. Einer der grössten flugfähigen Vögel, welcher zudem den grössten Zeit seines Lebens auf dem Wasser verbringt und nur für wenige Wochen pro Jahr während der Brutzeit am Land lebt. Seine Grösse ist vergleichbar mit dem Schwan, ist aber ein unvergleichbar besserer Flieger. Ein eindrücklicher Vogel, dessen Anblick uns heute einen langgehegten Wunsch erfüllte. Für uns war es der erste Anblick dieses Riesenvogels.

