- Details
- Kategorie: Down Under 09/10 - New Zealand
Schafe – ein Rückgrat der Volkswirtschaft

Der Grund für den massiven Rückgang der Anzahl Tiere liegt im Fallen der Preise für die Wolle. Heute bringt ein gutes Schaf pro Jahr etwa 16 NZ Dollar oder zu aktuellen Kursen 11.50 CHF. Dies ist der Bruttopreis, welcher der Züchter für die Wolle erhält. Davon bezahlt er seine ganzen Aufwendungen wie Kreditzinsen für die Maschinen und allenfalls auch das Land, sowie die Kosten für Tierarzt und die professionellen Schärtrupps, welche normalerweise die Schafschur übernehmen. Reich wird bei diesem Preisen niemand mehr. Früher erhielt ein Züchter bis zu 30 ND Dollar pro Kilogramm Wolle, heute sind es gerade mal 5 bis maximal 10, je nach Art und Qualität.
Einen weiteren Teil des Einkommens bringen die Lämmer, welche jedes Frühjahr geboren werden. Nur gerade 10% der Tiere werden zur Wollproduktion eingesetzt, der Rest kommt als Lammfleisch auf den Markt.
Der Weltrekord für die Schafschur liegt momentan bei über 800 Tieren innerhalb von 8 Stunden! In etwas über 38 Sekunden wird ein Tier von seinen gut 3 Kilogramm Wolle befreit. Wird ein Schaf verletzt, zählt die Schur nicht für den Rekord, ebenso wenig zählt ein Tier, wenn es weniger als 3 kg Wolle hergibt.
Ein Züchter bei Kaikoura machte aus der Not eine Tugend und zeigt nun den Touristen, wie eine Schur abläuft. Die Show mit guten Erklärungen und Demonstrationen findet zweimal täglich statt, von jedem Besucher kassiert er 10 NZ Dollar und verdient damit ganz ordentlich. Heute hält er nur noch etwas mehr als 600 Schafe, gerade genug, um seine Vorstellung durchführen zu können.
Die Wolle dieser Schafe wird zur Produktion von Teppichen verkauft. Die auf diesem Hof eingesetzte Rasse wird zweimal jährlich geschoren, andere Rassen können nur einmal jährlich „geerntet“ werden.
Diese Schafe sind an den Besuchern mindestens ebenso interessiert, wie umgekehrt. Teilweise noch voll in der Wolle, teilweise schon bearbeitet. Innerhalb von gut zwei Wochen wachsen die Haare um 5 mm nach.


Ein Schaf vor der Schur

Dasselbe Tier mitten in der Prozedur

Die Wolle kann auch als Perücke dienen

Ein bluttes Tier nach der Schur, aber bereits in einigen Tagen sieht es wieder besser aus
