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- Kategorie: Puglia 23
Besuch in der Höhlenstadt Matera
Matera liegt zwar streng genommen nicht mehr in Apulien, doch auch wenn sie in der Basilicata gelegen ist, war sie uns heute einen Besuch wert.

Matera liegt auf 400 m.ü.M. und unsere Anfahrt über die Nebenstrassen führte uns durch grüne Landschaften. Meist mit Getriebe bepflanzt, welches schon recht hoch stand. Immer wieder gab es auch ganze Felder von Mohn und anderen Blumen, ab und zu auch Büsche welche gerade in voller Blüte waren.

Die Stadt Matera ist zweigeteilt. Einerseits oben auf der Ebene die Neustadt und andererseits die Höhlenstadt, welche der eigentliche Grund für unseren Besuch war. Wir waren nicht die einzigen Touristen, Matera ist ein fester Bestand-Teil jeder organisierten Reise in Süditalien. Heute gab es zwar Touristen, doch die Zahl hielt sich in Grenzen, im Sommer sieht es hier anders aus.

Die Häuser wurden in die Schlucht gebaut, nachdem zuerst die natürlichen Karsthöhlen schon lange bewohnt waren. Von letzteren ist heute nicht mehr viel zu sehen, ausser man besucht eines der speziell dafür hergerichteten Häuser. In den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts muss es hier ziemlich schlimm ausgesehen haben. Der Arzt und Schriftsteller Primo Levi beschrieb in seinem Roman „Christus kam nur bis Eboli“ die Zustände in den herunter gekommenen Wohnquartieren der Höhlenstadt.

Noch in der Oberstadt liegt der Dom, eine verglichen mit den kleinen Häuschen der Unterstadt riesige Anlage. Die Kleriker wohnten schon immer besser.

Von einer solchen Decke und Wandschmuck konnten die Bewohner der Unterstadt sicher nur träumen.

Heute sind die meisten der alten Häuser Touristenunterkünfte und auch Restaurants. Vom einstigen Schmutz und den unappetitlichen Verhältnissen ist nichts mehr zu sehen oder zu riechen. Matera zählt seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Auch der Weg von Matera zu unserer Unterkunft führte uns wieder über saftige Felder und durch hübsche Landschaften zu einer nächsten Unterkunft.

Gravina in Puglia lag gerade auf dem Weg. Die Stadt liegt ebenfalls an einer der vielen Schluchten. Diese ist schon seit Beginn unserer Zeitrechnung bewohnt, Spuren früherer Bewohner finden sich offenbar überall.

Der Aquädukt stammt aus dem 17. Jhdt. doch schon um 700 soll hier eine entsprechende Konstruktion gestanden haben.

Auf der anderen Seite der Brücke sind im Fels die Spuren der herausgeschnittenen Blöcke noch gut zu sehen.
