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- Kategorie: Bretagne 23
Über Quimperlé und Pont-Aven nach Concarneau

Die kleine Ortschaft Quimperlé lag heute als erstes auf unserer Route. Die hübsche Markthalle im Zentrum ist täglich geöffnet und es werden Gemüse und andere Lebensmittel verkauft. Das erste Geschäft bietet italienische Frischteigwaren an.

Ebenfalls im Zentrum steht die Kirche Ste-Croix, ein Gebäude im romanischen Stil aus dem 12. Jhdt. Diese hat einen runden Grundriss. 1862 stürzte der Glockenturm ein und beschädigte grosse Teile des Gebäudes. 1868 war aber wieder alles aufgebaut. In der Strasse, welche zur Kirche führt, gibt es noch einige Fachwerkhäuser.

Unter dem Kirchenschiff gibt es eine Krypta, in welcher zwei Steinsärge liegen. Diese stammen aus dem 15. Jhdt. Wer genau hier liegt, fand ich nicht heraus.

Im Innern ist es nicht einfach, die Rundungen des Gebäudes zu fotografieren. In der Mitte der Kreisfläche steht der Altar auf einem erhöhten Podest.

Glauben soll Antworten auf die gestellten Fragen geben. Hier gab es aber schon lange weder Fragen noch Antworten. Nur Staub war im Angebot.

Einige der noch erhaltenen Fachwerk-Häuser in der Hauptstrasse dienen als Restaurants und Lebensmittelgeschäfte.

Im 16. Jhdt. wurde in einer Seitengasse dieses Haus angeblich ohne einen einzigen Metallnagel erbaut. Das Maison des Archers (Haus der Bogenschützen) wird heute für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen verwendet.
Gerade als wir beim Haus ankamen, hörte eine Schulklasse aufmerksam ihrer Lehrerin zu. Auch ich lerne noch etwas Neues. Die Strasse verläuft von den Häusern auf beiden Seiten zur Strassenmitte in einem leichten Gefälle. Das hat den Grund darin, dass die Bewohner in früheren Zeiten ihre Nachthafen aus den Fenstern direkt auf die Strasse schütteten. So lief deren Inhalt zur Strassenmitte.
Bessergestellte durften in der Strasse jeweils nahe beim Haus gehen und waren unter den leicht herausgestellten oberen Stockwerken etwas geschützt. Die niedrigen Stände kriegten in der Wegmitte jedoch die volle Ladung ab.
Vor dem 'Schuss' wurde "Attention á l'eau!" gerufen, um zumindest etwas Vorwarnung zu geben. Da ein so langer Ruf mit der Zeit zu mühsam wurde, verkürzte er sich zu "Allo", welches heute noch im Gebrauch ist, wenn jemand vor etwas gewarnt werden soll.

Zurück zu unserem Parkplatz ging es über eine Brücke über einen der beiden Flüsse, welche in Quimperlé zusammenfliessen.

Pont-Aven war die nächste Station. Hier lebte 1886 Paul Gauguin während einiger Monate und zog viele Gleichgesinnte aus dem Pariser Künstler-Leben an. Heute gibt es hier viele Galerien, die alle versuchen, vom Ruhm Gauguins zu profitieren. Beim grossen Touristenstrom finden da sicher viele schöne Geschäfte statt.

Auch hier verläuft ein Flüsschen mitten durch das Städtchen, früher waren viele der Häuser am Wasser alles Mühlen, heute Galerien und Restaurants.

Noch ein anderes Bild des Flusses, etwas weiter ausserhalb des bewohnten Zentrums.
Die nächsten beiden Nächte sind wir in Concarneau, einer Hafenstadt am Atlantik.
