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- Kategorie: Cruise rund um Island und Grönland 23
Ein Tag im Eismeer
Gestern Abend meldete sich der Kapitän mit der Information, dass unsere beiden geplanten Landgänge weiter nördlich nicht möglich sein würden, da es auf dem Meer bis zu 5 m hohe Wellen hätte und zudem der Wind mit bis zu 100 km/h blasen würde. Da sei an einen Einsatz der Tenderboote nicht zu denken. Er änderte den Kurs dann so, dass wir einen ganzen Tag in einem Fjord cruisen würden und dann am folgenden Tag in einer anderen Ortschaft etwas weiter südlich anlegen würden. Das Ziel war Qagortog, die mit knapp 3‘500 Einwohnern grösste Siedlung im südlichen Grönland.
Den Tag verbrachten wir dann auf See. Zu sehen gab es ausser viel Eis nicht viel, dafür davon sehr viel und auch den einen oder anderen schönes Eisberg. Deshalb jetzt ein paar Bilder davon.

Teilweise riesige Gebilde schwammen auf dem Meer. Dort, wo sie mit dem wärmeren Meerwasser in Kontakt kamen, begann schon die Eisschmelze.

Der ganze Fjord war mit Eis bedeckt: viele grössere Eisberge, aber auch kleinere, schon stark geschmolzene.

Die Ausfahrt aus dem Fjord wurde bald durch schnell-fliessendes Eis geschlossen und wir riskierten, hier eingeschlossen zu werden.
Durch dieses grosse Feld kann auch ein Kreuzfahrtschiff nicht durchfahren. Viel zu gefährlich. Gegen Mittag erwarteten wir einen Eisbrecher, welcher uns sicher durch die dichten Eismassen zum geplanten Ausgang führen sollte.

Ein grosses Tankschiff war im selben Gebiet unterwegs. Genau wie wir wartete es auf einen Eisbrecher, der uns dann den sicheren Weg durch die Eisgebiete bahnte.

Während fast des ganzen Tages folgte uns diese grosse Segelyacht dicht auf. Auch ihr Skipper wollte nicht ohne bessere Sicht durch das unsichere Gebiet navigieren. Als wir die Zone mit den dichtesten Eisbergen verlassen hatten, blieb die Yacht zurück. Der Kapitän informierte uns später, dass die Yacht sehr froh war, dass für uns eine Begleitung organisiert wurde, sie wären sonst wohl noch länger gefangen geblieben.

An diesem kleine Eisbergli zeigt sich das Problem der Eisberge gut: An der Wasseroberfläche ist nur gerade der weisse Teil sichtbar. Unter dem Wasser liegt dann das viel massivere Teil und in diesem Fall erst noch in „falscher“ Ausrichtung. Ein kleines Schiff könnte hier schon Probleme kriegen.

Es gab auch ein paar Eisberge, welche sogar Tunnels aufwiesen. Dieses Teil war etwa einen Kilometer von uns entfernt und damit in sicherer Distanz.