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- Kategorie: Herbst 11: Teil Mexico
Steil rauf und ebenso steil runter - von 0 auf 2‘150 und von 25 auf 4
Wir verliessen heute morgen Villahermosa bei angenehmen 25 Grad Celsius auf nahezu Meereshöhe und kamen gegen Abend auf 2‘150 m.ü.M. in San Cristobal de las Casas an, wo um 22 Uhr die Temperatur nur noch 4 Grad Celsius betrug. Glücklicherweise begleiten mich sowohl Pullover als auch Faserpelz auf dieser Reise, so dass die Kälte aussen vor bleiben kann. Hier sind die meisten Leute abends dicht vermummt, wenn sie draussen sind. Dafür ist das Licht sehr schön und der Himmel nun wieder absolut wolkenlos.

Schon bald nach Villahermosa stieg die Strasse an, damit wir die angestrebte Höhe auch erreichen konnten. Immer wieder boten sich Ausblicke auf die grüne Landschaft, die intensiv landwirtschaftlich genutzt wird: Viehzucht, Mais und auch Bananen sind typische Produkte.
Nahezu auf der ganzen Strecke war die Strasse in ausgezeichnetem Zustand, auch in den Gebieten, welche von Zapatisten beherrscht werden. Die Zapatisten sind eine Organisation, welche früher als Terroristen bekämpft wurden, sich heute aber vor allem für die Interessen der indigenen Bevölkerung einsetzen und von der Regierung respektiert werden.

Die Hauptroute, welche von Touristen und auch vom Schwerverkehr befahren wird, führt weiter westlich unserer Route. Wir wählten die landschaftlich interessante Strecke, nachdem wir uns bei lokalen Taxifahrern über den Streckenzustand informierten. Mit Ausnahme zweier Stellen war die Strasse absolut problemlos. Hier zB. ist die Strasse zu 3/4 weggebrochen, mit entsprechender Vorsicht lässt sich aber sicher befahren. In einer Ortschaft war die Strasse relativ steil und auf etwa 30 m von jedem Belag befreit. Ein erster Versuch, die Stelle zu durchfahren war erfolglos, ich musste zurückrollen lassen. Ich war anscheinend zu zaghaft so dass die Schalt-Automatik nicht mit der Steigung und den durchdrehenden Räder umgehen konnte. Also holte ich genügend Anlauf und fuhr mit Getöse auf die Stelle zu; mit gehörigem Gerumpel schafften wir den Engpass im zweiten Anlauf unter intensiver Beobachtung einiger Einheimischer.

Die Klinik in einer kleinen Ortschaft betreibt auf ihren Wänden Gesundheits-Aufklärung: Wasser soll nur entweder sehr heiss gekocht oder dann chloriert verwendet werden, die Hände vor dem Essen und nach dem WC-Besuch gewaschen werden.

Auf diesem Schaubild werden Bluthochdruck sowie Diabetes erklärt. Die dramatischen Bilder sollen wohl auf die Gefährlichkeit dieser Konditionen hinweisen.

An einer Stelle zogen Einheimische ein Band über die Strasse und verlangten einen Strassenzoll für die Gemeinschaft. Mit 20 Pesos, etwa 1.50 Fränkli erkauften wir uns die Durchfahrt. Als Entwicklungshilfe für die lokale Bevölkerung leisteten wir gerne unseren Obulus, zumal wir dafür noch eine "offizielle" Quittung mit dem eindrücklichen Stempel erhielten.

Die Felder zeihen sich auf der gegenüberliegenden Talseite den ganzen Abhang hoch, dieser ist ideal auf die Sonne ausgerichtet.

Nach anstrengender Fahrt mit vielen, vielen, vielen Kurven und vereinzelten Topes liegt San Cristobal vor uns im Talkessel. 230 km und gute 8 Stunden Fahrzeit haben sich gelohnt! Morgen werden wir während des ganzen Tages die farbenfrohe Stadt erkunden.

Vis-a-Vis unseres Hotels gibt es eine kleine Cafeteria, wo wir schon bei unserem letzten Besuch guten Kaffee tranken. Dieselbe Betreiberin begrüsste uns auch heute mit gutem Kaffee. Otto versuchte sich an einem Cafe con Rompope, einem Espresso mit Eierlikör, für mich gab es glücklicherweise auch ganz normalen Espresso im Angebot!
Nach dem Nachtessen fiel die Temperatur auf sehr tiefe Werte, da kommt die dicke Decke im Hotel gerade recht. Die vergangenen Nächte waren ohne laufende Klimaanlage nur gerade mit einem dünnen Leintuch auszuhalten.
