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- Kategorie: Herbst 11: Teil Mexico
Land under - Usumacinta über allen Ufern
Wir entschieden uns noch gestern, nicht an die Karibik-Küste zu fahren, da dort ein Hurricane droht und starke Winde und viel Regen angesagt sind. Wir blieben noch eine Nacht in Palenque, da hier schönes Wetter vorausgesagt wurde und wir einen Ausflug in die Gegend machen wollten.
Der Usumacinta ist einer der grossen Flüsse im südlichen Mexico. Er entwässert grosse Gebiete der mexikanischen Sierra und auch von Guatemala. Auf grossen Strecken bildet er die Grenze zwischen Mexico und Guatemala; sein Reise endet im Golf von Mexico. Durch die starken Regenfälle der vergangenen Wochen stieg er im flachen Yucatan über seine Ufer und überflutete riesige Gebiete.

Felder für die Viehzucht stehen unter Wasser, welches nur langsam abfliesst und verdunstet. Auch die Bäume stehen im Wasser, falls es in absehbarer Zeit abläuft, erholen sie sich wieder.

Viele Häuser, welche nahe beim Fluss stehen, sind ebenfalls überflutet und nur noch per Boot erreichbar. Für die Reiher und übrigen Wasservögeln ist die Überflutung ein Segen, ihr Jagdgebiet hat sich temporär vervielfacht.

Ein Eisvogel sitzt auf einer Stromleitung, glücklicherweise mussten wir nicht aussteigen, um ihn zu fotografieren. Der vorüber brausende Verkehr macht den Vögeln nichts aus, sobald jedoch ein Auto anhält und die Passagiere aussteigen, fliegen sie davon.

Im Bundesstaate Chiappas sind in den ländlichen Gebieten die Zapatisten unter Subcomandante Marcos immer noch stark präsent. Die Regierung scheint mit ihnen mehr oder weniger zu kooperieren, denn die Ziele, welche sie beide verfolgen sind nicht allzu verschieden.
So setzen sich die Zapatisten für die Landbevölkerung ein und wie auf diesem Plakat ersichtlich ist verbieten sie
- den Verkauf von Waffen
- den Verkauf von Alkohol
- den Konsum von Drogen
- den illegalen Handel mit Edelhölzern sowie
- die Zerstörung der Natur
Gerade Alkohol und Drogen sind hier wie überall ein grosses Problem. Die Männer versaufen ihren Verdienst und die Familie steht ohne Einkommen da. Auch dagegen kämpfen die Zapatisten.
Zum Nachtessen gingen wir heute ins Zentrum von Palenque. Wie in vielen Städten Mexicos spielt am Abend eine Band auf dem zentralen Platz auf, heute eine Marimba (eine Art Xylophon mit vier Spielern am selben Instrument und einem begleitendem Schlagzeug). Ums Einnachten kehren auch die Vögel in ihre Schlafbäume zurück und zwitscherten mit der Marimba um die Wette. Ein Ohren betäubender Lärm! Die Tonqualität ist nicht sehr gut, ich machte die Aufnahmen mit dem Telefon
Nach dem Essen schliefen die Vögel und die Marimba war ohne Nebengeräusche zu hören.
