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- Kategorie: Flucht vor dem November 12 - Teil Mexico
Wir Warmduscher wenden
Unser heutiger Plan war, von Cabo San Lucas entlang der Küste in Richtung La Paz weiter zu fahren. Die Hauptstrasse führt im Landesinnern in Richtung Norden, wir aber wollten uns die Küste ansehen und so dem Massenverkehr ausweichen.

Bald schon wurden wir mit der Baja typischen Vegetation belohnt: Viele Kakteen unterschiedlicher Arten gemischt mit vielen anderen Pflanzen bedecken die Hänge der Hügel.

Einzelne Kakteen trieben gerade Blüten aus, leider war noch keine geöffnet, bis es soweit ist, dauert noch wenige Tage, so dass wir immer noch Hoffnung haben, die voll entwickelten Blüten zu sehen. Mich erstaunt es immer wieder, wie aus diesen stacheligen Gesellen diese feinen Blüten einfach irgendwo wachsen!

Die Strasse entlang der Küste ist hier noch geteert, allerdings warnt ein Schild, dass es keine Hochgeschwindigkeits-Strasse sei. Auf diese Idee kamen wir sogar ohne dieses Schild. Der letzte Hurricane mit sehr viel Regen hat vor einigen Wochen grosse Schäden an der Strasse angerichtet, oft ist diese unterspült und grosse Teile der Fahrbahn fehlen. An vielen Stellen liegten halbe Dünen auf der Strasse, die wie die in Mexico üblichen Topes (Schwellen oder Speedbumps) wirken. Ein lokaler Wächter an einer Strassensperre sagte uns, dass es ein Projekt gäbe, die Strasse wieder in Stand zu setzen, meinte aber, das könne noch dauern ...

Immer wieder boten sich uns schöne Ausblicke mit den Kakteen und den Bergen im Hintergrund. Autos sahen wir kaum jemals. Der Grund dafür sollte sich uns in einigen Kilometern erschliessen. Noch aber fuhren wir unverzagt weiter.

Die Strände an der Ostküste der Baja sind fast immer menschenleer, kaum je sind Häuser zu sehen. Lediglich einige wenige Ansammlungen von Behausungen der nordamerikanischen temporären Auswanderer.Unterschiedliche Qualität der Unterkünfte prägen das Bild: Einmal Wohnwagen und Wohnmobile, die nie mehr auf der Strasse sein werden, ein ander Mal Villen, welche für mehrere Millionen Dollar zum Verkauf stehen. Hier gibt es wohl keine Zweitwohnungs-Initiative, viele Häuser mit dem schönsten Meerblick und direktem Strandzugang stehen die meiste Zeit des Jahres leer.
Je näher wir der Küste kamen, desto einfacher wurde die Strasse. Von Teer schon lange nichts mehr zu sehen, dafür umso mehr Schlaglöcher und ausgewaschene Stellen. Nach etwa 15 km entlang des Meeres war für uns Schluss. Bis zum nächsten Teer wären es noch etwa 30 km gewesen und die Strasse wurde immer schlechter. Zudem war die Zeit schon stark fortgeschritten.
Unser Mietwagen war kein 4x4 und verfügte über nicht viel Bodenfreiheit. Da wir nichts riskieren wollten, entschlossen wir uns, das Abenteuer abzubrechen und umzukehren, so dass wir den Rest des Weges auf der normalen Strasse zurück legen konnten. Auf der schlechten Strasse fest zu sitzen und auf den gelegentlich vorbei fahrenden Allrad-Piloten für ein Abschleppmanöver zu warten, war für uns keine Option. Schade wegen der ausserordentlichen Landschaft, aber dennoch die richtige Entscheidung. Eine warme Dusche geht eben doch über alles!
