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- Kategorie: Flucht vor dem November 12 - Teil Mexico
Mexikanische Revolution - 92 Jahre später
Der heutige 20. November ist in Mexico der Gedenktag zur mexikanischen Revolution von 1910. Damals begann in Mexico ein eigentlicher Bürgerkrieg mit teilweise noch heute verehrten Figuren - den späteren Siegern - wie Pancho Villa, Emiliano Zapata und Fancisco I. Madero, dem späteren Präsidenten.
Gerade als wir heute früh zum Frühstück gehen wollten, begann ein Festumzug in einer Strasse beim Hotel. Statt uns an die Brecht‘sche Regel „Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral“ zu halten, eilten wir an den Umzug, um zumindest die Moral der mexikanischen Bevölkerung zu unterstützen.

Nahezu jede Schule und jeder Verein sandte seine hübschesten Mitglieder an den Umzug, wo sie zu unterschiedlicher Musik tanzten. Einige Musik war die landestypische Mariachi, häufiger jedoch moderner US-Amerikanischer Pop.

Einzelne Gruppen hatten offensichtlich noch nicht genügend Zeit zum üben, die Synchronisation der Gesten liess teilweise zu wünschen übrig. Aber immerhin haben sich alle angestrengt und verdienen nur schon deswegen ein dickes Lob.

Bei einigen Gruppen klappte alles sehr gut, diese jungen Mädchen stecken die von ihnen erwünschten Hochzeitsringe in die Luft. Die einzelnen Akteurinnen sind mehr oder weniger synchron, die Kleider schon ganz uniform.

Einige Männer ritten ihre Pferde im Umzug mit. Jeder der Reiter verfügte so über ein PS, unsere vielen PS im roten Auteli stehen etwas verlassen am Strassenrand. Immerhin hinterliess unser Chevrolet aber keine "Rossbollen". Wir parkierten am Vorabend in dieser Strasse und vor Ende des Umzuges wäre heute an eine Weiterfahrt nicht zu denken gewesen.

Den Schluss des Umzuges machten die „offiziellen“ Gruppen: Sanität- und Feuerwehrautos reihten sich in den Umzug ein.

Ein richtig schönes Feuerwehrauto. Zwar ein älteres Modell, aber die Sirene liess uns auch so die Ohren zuhalten! Das Bild ist übrigens nicht seitenverkehrt ausgedruckt, die Aufschrift Bomberos - Feuerwehr - ist absichtlich so geschrieben, damit sie im Rückspiegel des Autos auch richtig gelesen werden kann und die Strasse rechtzeitig freigegeben wird. Vermutlich ist es aber schon reichlich spät, wenn der Fahrer diese Schrift entziffern kann.
Nach der Moral dann doch noch der nächste Schritt nach Brecht: Ein gutes Frühstück! Danach machten wir uns auf den Weg zurück nach La Paz, immerhin 350 km Strecke durch ein weitgehend leeres Gebiet. Lediglich zwei kleine Ortschaften unterbrachen die Fahrt. In einer - Ciudad Constitution - genossen wir einen guten Espresso in einem Restaurant, welches an Starbucks in den USA erinnert.
