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Der Tonle Sap See, diesmal mit Wasser
Wie geplant machten wir heute unseren Ausflug zum Tonle Sap, dem interessanten See. In der aktuellen Monsunzeit ändert der gleichnamige Fluss, welcher später in den Mekong mündet, seine Flussrichtung und füllt den See. Der Wasserspiegel steigt dann um bis zu 10 Meter. Mein letzter Besuch hier war im Februar 2017, damals war der Wasserstand extrem niedrig. Meinen Bericht zum damaligen Besuch gibt es hier. Ich werde einige Bilder zum Vergleich hier nochmals posten. Der Unterschied ist frappant. In Wikipedia gibt es einen sehr interessanten Artikel zum See und Fluss.

Auf dem Weg zum See machten wir einen kurzen Zwischenstopp bei einem lokalen Markt mit den üblichen Verdächtigen wie Gemüse, Fleisch und Fisch. Wir kauften uns einige der kleinen schmackhaften Bananen. Interessant fand ich diese Hühnerleichen, welche für meine Augen eher seltsam präsentiert wurden.

Die Anlegestelle der Boote für die Fahrt auf dem Fluss war heute voller unbenutzter Boote, einige davon offenbar schon länger nicht mehr im Gebrauch. Unser Führer für die Tour meinte, seine Firma hätte normalerweise 15 Führer, aktuell seien sie noch zu viert. Und hätten erst noch nicht alle Tage Arbeit. Rund um Siem Reap leben sehr viele Familien vom Tourismus, der Ausfall der Einkommen ist eine Katastrophe und alle hoffen, dass die Fremden bald wieder erscheinen.

Von der Anlegestelle der kleinen Boote geht die Fahrt auf dem Holzkahn durch den Kanal bis zum sogenannten Floating Village. Mein Bild zeigt allerdings keinen Kanal, sondern eher einen See. Das viele Wasser lässt die ganze Landschaft versinken.
So sah es auf dem Weg 2017 aus. Zwar nicht genau dieselbe Stelle, aber in der Gegend.

Auch das Gemeindehaus steht auf Stelzen. So ist es viel einfacher zu erreichen, als in der Trockenzeit.
Da die Gemeindestrassen für lange Monate unter Wasser stehen, verkehren die Einheimischen mit einem Boot. Die jüngeren wie die Schüler rudern. Achtung: Video ist sehr laut!

Auch das Spital des Dorfes steht im Wasser. Die Ambulanz hätte ich gerne fotografiert, diese war aber nirgends zu sehen.

Die „Hauptstrasse“ des Dorfes heute und unten dieselbe Szene 2017. Zwar ebenfalls nicht gerade dieselbe Stelle, aber nahebei.
Damals wurden Crevetten getrocknet, welche sich als Gewürz grosser Beliebtheit erfreuen. Heute schwammen die Crevetten noch im Wasser.

Kinder nehmen wie in vielen Ländern den Schulbus, wenn sie nach den Tageslektionen zurück nach Hause fahren. Hier müssen sie jedoch rudern.

Eine hübsche Häuserzeile von Leuten, die gerne Topfpflanzen haben.
So präsentieren sich die Gebäude in der Trockenzeit.

Wir durften das Haus einer Familie besuchen und sehen, wie die Leute hier wohnen. Die stolzen Eltern zeigten uns Bilder von zweien ihrer fünf Töchter, die beiden Söhne sind noch nicht verheiratet, deshalb gab es auch noch keine Bilder. Ihren Lebensunterhalt verdient diese Familie wie die meisten hier mit der Fischerei und zwei Zimmern, welche sie an Touristen für eine oder zwei Nächte vermieten.

Der Boden in den meisten Zimmern besteht aus solchen Holzrosten, was sehr praktisch ist, da es hier keinen Staubsauger braucht. Auch Besen sind eher überflüssig. Und einen angenehmen Luftzug gibt es als Zugabe gratis dazu.Gegen die nächtlichen Mücken helfen Moskitonetze.

Das Wohnzimmer verfügt über einen blitzblanken Naturholzboden. Die Bretter sind ganz fein geschliffen, da sowohl die Kambodschaner als auch die Touristen im Haus ausschliesslich barfuss gehen. Und Holzsplitter in den Füssen sind für alle eher unangenehm.

Auch die Restaurants im Dorf stehen auf Stelzen. In der Regenzeit sind die Gasträume problemlos vom Schiff aus zu erreichen, die Trockenzeit verlangt dann etwas mehr Kletterei.

Auf dem offenen See ist das gegenüberliegende Ufer nicht zu sehen. Dasjenige, das wir verlassen haben, zeigt unter der Wolke eine ganz kleine Erhebung. Der Hügel ist lediglich 30 m hoch. Das zentrale Land Kambodschas ist sehr flach, selbst kleine Hügel wirken da wie richtige Berge.

Der Führerstand des Kapitäns ist recht einfach eingerichtet Das ausgediente Steuerrad eines Hyunday-Autos leistet hier noch gute Dienste, die drei Pedale komplettieren die Ausrüstung.

Als wir zurück im Hotel waren, wollten wir uns am Pool etwas entspannen und noch Zeitung lesen. Kaum waren wir jedoch eingerichtet, zog ein Gewitter über uns. Also wieder ab ins Zimmer und warten, bis wir mit dem Tuk-Tuk in die Stadt zum Nachtessen fuhren.

Wir gingen zuerst durch den lokalen Markt und Paul’s Herz schlug schon höher, als er diese Sauerei sah. In Kambodscha wird alles gegessen vom Schwein, sowohl sämtliche Innereien und Knochen als auch die besseren Stücke. Was mit dem Kopf geschieht, entzieht sich meiner Kenntnis, interessiert mich aber auch nicht brennend.



