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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Zweite Etappe - Namibia
An den Oranje-River: Wasser macht den Unterschied

Die ersten 300 km legten wir heute auf einer guten Teerstrasse zurück, ganz ohne grösseren Verkehr. Am Sonntag waren die Strassen eher leer und wir kamen sehr gut voran.

Ein Berghang war voller Euphorbien sowie vielen Köcherbäumen. Sonst führte die Strasse weitgehend durch karge Landschaften, ich kam mir oft vor wie eine Ameise auf einem Suppenteller. Flach ohne grosse Abwechslung und eher langweilig.

Auf dem Weg nach Upington lagen heute die Augrabies-Fälle, Wasserfälle des Oranje Rivers, der hier über einige Stromschnellen hinuntertost. Zur Zeit führt der Fluss Wasser, aber nicht sehr viel. 1988 rasten hier 8’000 Kubikmeter pro Sekunde hinunter. Die Bilder, die wir im Visitor-Center sahen, waren eindrücklich. Da wir zeitlich gut vorankamen, machten wir den Umweg zu den Fällen, insgesamt 60 km.

Einmal mehr war ich begeistert, was die Qualität der Einrichtungen der Nationalparks betrifft: Ein sehr gut ausgebauter Fussweg führte vom Visitor-Center hinunter an die Fälle. Ein Geländer erleichterte den Weg und sorgte für die notwendige Sicherheit der Besucher.

An einigen Stellen musste sich der Fluss durch ganz enge Stomschnellen zwängen und erzeugte etwas Lärm. Der Name Augrabies bedeutet in der Sprache der lokalen Urbevölkerung „Ort des grossen Lärms“, was bei viel Wasser sicher sehr zutreffend sein wird. Heute war der Lärm locker auszuhalten.

Entlang der Strasse sah ich oft dieses Schild, welches auf die Notruf-Nummern hinwies. 112 als Handy-Nummer mag ja für den mobilen Verkehr gut geeignet sein, 10177 als Festnetz-Nummer ist im Auto wohl eher unpraktisch. Entlang der Strasse gab es meist gutes Handy-Signal.

Nun sind wir in Upington in einem Guesthouse direkt am Oranje-River, der hier viel Wasser führt. Hier rasen auch Wasser-Ski Fahrer auf dem kleinen See herum. Das viele Wasser ist ein grosser Kontrast zu den umliegenden Wüsten und führt einmal mehr die Bedeutung des kühlen Nasses vor Augen. Wasser = Grün und Nahrung, kein Wasser = Braun und Hunger.
Für uns stehen morgen die letzen 300 km Teerstrasse dieser Reise auf dem Programm, wenn wir in den Kgalagadi-Nationalpark fahren. Bis wir in einigen Tagen in Windhoek zurück sein werden, gibt es keinen Teer mehr, auch Internet wird wohl eher selten sein. Die jeweiligen Tagebuch-Einträge müssen mit der Veröffentlichung bis zur Rückkehr in die Zivilisation warten.
