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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Sechste Etappe - Mexico
Über Cobá nach Tulum
90 km trennten uns heute in Valladolid von Tulum an der Karibik-Küste. Auf direktem Weg hätte diese Strecke etwas mehr als 1.5 Stunden beansprucht. Wir wollten uns jedoch noch die Maya-Ruine Cobá ansehen. Diese Maya Stadt aus dem 5. - 9. Jhdt. soll einst bis 50’000 Einwohner gehabt haben. Bereits vor der Ankunft der Spanier in der neuen Welt wurde die Stadt jedoch ohne sichtbare Gründe verlassen.
Eine der Pyramiden beherbergt an der Spitze noch einige Malereien, diese sind jedoch nicht zugänglich und es gibt auch keinerlei Abbildungen vor der Pyramide. Schade, denn so ist es lediglich ein grosser Steinhaufen.
Die Hauptattraktion ist die Pyramide Nohoch Mul, in Spanisch „El Castillo“ genannt, welche 42 m hoch ist und über 120 Stufen erreicht werden kann. Damit ist sie die höchste Maya-Pyramide in Yucatan. Mir war die Pyramide heute zu hoch, ich stieg nicht hinauf.
Mit einem Tricyclo kann man sich vom Parkplatz aus zur Pyramide hin führen lassen. Wir entschieden uns jedoch, die 4 km Rundweg zu Fuss zurückzulegen. Im Wald war es angenehm warm, ohne direkte Sonne gut auszuhalten. Ein angenehmer Spaziergang.
Die Anlage verfügt über zwei Juego de Pelota, Anlagen eines Maya-Spiels, welches sich in allen Tempelanlagen in Yucatan findet. Die Spielanlage fand ich nicht sonderlich spannend, mich faszinierte die grosse Ceiba mehr. Deren Wurzeln überwachsen die Mauern und wenn sie nicht zurück geschnitten würden, wäre die Anlage wohl in kurzer Zeit vollständig unter der Vegetation verborgen.
In der Nähe der Anlage von Cobá gibt es einen sogenannten Cenote, eine Tropfstein-Höhle. Einige der Cenotes in Yucatan sind oben offen und bilden ledglich ein grosses, rundes Bad. Dieser hier erschliesst sich erst nach dem Abstieg in die Abyss.
Stalaktiten hängen von der Decke bis zum makellos klaren Wasser. In der Anlage ist das Baden erlaubt, viele Touristen waren heute auch im Wasser. Wir zogen es vor, nicht auch noch hinein zu steigen.
Eine andere Ansicht mit Stalagmiten, welche wegen des schwach einfallenden Tageslichts schon grün überwachsen sind. Ich staune immer wieder, wie wenig Licht eine Pflanze fürs Überleben braucht. Kaum gibt es auch nur einen kleinen Schimmer von Tages- oder auch Kunstlich, gibt es Algen, deren grüne Farbe auf Photosynthese hinweist.
Von der Oberwelt dringen Wurzeln der Bäume durch feine Felsspalten bis hinunter in die Höhle. Die Natur findet immer einen Weg, in noch so schwierigen Umfeldern zu überleben.
Ausserhalb der Anlage von Cobá gibt es einen kleinen See, in welchem einige Krokodile leben. Der Aufruf, diese zu besichtigen wird verunmöglicht, da zuvorderst auf dem Steg ein solches Monster liegt. Und gar zu nahe, sollte man diesen Dingern nicht kommen. Von meiner Warte sieht es aus, als ob der Steg höher über dem Wasser liegt. Ich wunderte mich, wie das Krokodil den Höhenunterschied überwinden konnte.
Von der Seite gesehen löste sich das Rätsel. Der vordere Teil des Steges war nur wenige cm über dem Wasser, eine Höhe, welche ein Krokodil gut überwinden kann. Das Tier war gute 2.5 m lang und sah mit seiner offenen Schnauze ziemlich furchterregend aus. Ich fotografierte lieber aus sicherer Entfernung.
Am Abend suchten wir in Tulum ein Restaurant und bei der Suche sah ich dieses Schild, welches für ein Internet-Kaffee warb. Highspeed und von 8 - 23 Uhr geöffnet. Als besondere Spezialität werden Cabinas privadas angeboten. Wozu diese wohl gebraucht werden?
