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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Sechste Etappe - Mexico
Die Maya-Ruinen von Tulum ertrinken in den Besuchern

Die Maya-Ruinen von Tulum liegen am karibischen Meer, teilweise auf Felsen über dem schönen Strand. Heute war die Anlage leider von viel zu vielen Touristen bevölkert, so dass uns bald schon die Lust verging. Auf den Wegen innerhalb der Anlage stauten sich die Besucher, ein Vorankommen war teilweise sehr mühsam. An einigen Stellen wären Lichtsignal-Anlagen sinnvoll gewesen.
An jeder freien Stelle waren immer Leute im Bild, die Aussichten auf das Meer war kaum je ungehindert möglich. Zudem waren viele Reisegruppen unterwegs, welche mit Führern die Anlage besichtigten. Letztere versammelten ihre Gruppen immer wieder um sich, damit sie ihre Erklärungen loswerden konnten. Ein wesentlicher Grund für die vielen Besucher könnte auch die Tatsache sein, dass die Einheimischen sämtliche Anlagen jeweils am Sonntag gratis besuchen können. Eine sinnvolle Idee, da die Preise für diese doch recht hoch sind.
Die Leguane liessen sich auch von den vielen Passanten nicht beeindrucken und genossen die wärmenden Sonnenstrahlen. In der Anlage leben viele grosse Exemplare, heute sah ich nur einige wenige. Bei früheren Besuchen waren diese viel zahlreicher.
Ab und zu gelang mir doch noch ein Bild ohne allzu viele Besucher. Eine der Anlagen wurde auf einem Felsen gebaut, welcher auch heute Spitzenpreise erzielen würde. Morgensonne, während des ganzen Tages volle Sonne und dann erst noch der Sonnenuntergang. Dazu noch Zugang zu einem schönen Stück Sand mit karibischem Wasser! Die Immobilienhändler würden sich um dieses Objekt reissen.
Mit genügend Musse konnte ich sogar die grosse Tempelanlage ohne störende Dickwänste fotografieren. Die meisten der Löcher der Wände waren von Leguanen bevölkert, die wegen der Distanz hier aber nicht zu sehen sind.
Die grösste Struktur der Anlage ist für Besucher nicht zugänglich, die Wege führen um das Gebäude herum. Wenn dem nicht so wäre, hätte ich keine solche Aufnahme zustande gebracht.
Später machten wir uns auf den Weg in Richtung Süden von Tulum, wo der Strand weitgehend menschenleer war. Auf den ersten Kilometern nach dem Dorf war die Strasse noch geteert, dort gibt es auf beiden Seiten Hotels, Geschäfte und Restaurants. Das Meer selber ist von der Strasse aus kaum je zu sehen. Und anhalten sowie aussteigen ist wegen des starken Verkehrs kaum je möglich. Etwas später beginnt ein Naturpark, der sich 45 km weit bis ans Ende der Halbinsel zieht. Dort ist die Strasse nicht mehr geteert und sehr, sehr staubig. Wir fanden einen Ort, wo wir parkieren und an den Strand gehen konnten. Aus der Distanz sah der Sand ganz passabel aus, lediglich etwas Seegras lag am Ufer. Dieser bereits vor längerem angeschwemmte Wurzelstock lag noch im Sand. Da hier keine Hotels mehr sind, räumt auch niemand den Strand auf.
Von nahe gesehen änderte sich das Bild aber schlagartig. Viel Plastik und allerlei angeschwemmter Müll lag herum. Der ganze Sand war zudem mit kleinen und kleinsten Plastik-Teilchen überzogen. Die meisten waren wenige Millimeter im Durchmesser. Von ihrem langen Aufenthalt im Meer verkleinert, aber immer noch gut sichtbar. Ein gut sichtbarer Beweis für unseren sorglosen Umgang mit dem Meer, welches wir immer noch als Müllkippe benutzen.
