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- Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Erste Etappe: South Africa
Ein farbiges Finale

Einer der letzten Baobabs auf unserem Weg vom Norden in den Süden des Kruger-NP stand heute nahe der Strasse in einem lockeren Mopane-Wäldchen. Dieses imposante Exemplar mass gut und gerne 5 m im Durchmesser an der Basis. Auf jeden Fall mass er dies, bevor ihn die Elefanten und mehr als einen Meter beraubten. Die Dickhäuter reissen die Rinde mit ihren Stosszähnen auf, wenn sie an das wasserhaltige Gewebe gelangen wollen. Die Bäume nehmen davon eigentlich keinen Schaden, ausser wenn Äste wegen mangelnder Stabilität abbrechen.

Eine zum grossen Baum passende Blüte lag am Boden und Ruth nutzte die Gelegenheit, diese aufzuheben und aus der Nähe zu betrachten. Sie verströmen einen ganz feinen Geruch, den ich nicht einordnen kann.

Die Baum-Schänder hinterliessen ihre Spuren im feuchten Sand. In dieser Gegend hat es vor kurzem etwas geregnet und weil die Strasse lediglich als Zugang für registrierte Gäste zum einfachen Camp dient, wird sie nur wenig befahren. Die Spuren erhalten sich so recht lange.
Ein kleiner Umweg zum Mopani-Camp bescherte uns ein feines Frühstück auf der Terrasse mit einer schönen Sicht über den Stausee.

Jüngere Giraffen kämpfen oft spielerisch miteinander. Sie schlagen ihre langen Hälse gegeneinander und nutzen ihre Knochenfortsätze am Schädel als Waffe. Diese sind glücklicherweise stumpf, so dass sich die Schäden am Gegner beim Spiel in Grenzen halten. Bei erwachsenen männlichen Giraffen können diese Kämpfe hingegen schon mal böse Folgen zeitigen, wenn sie um die Weibchen kämpfen.

Im Frühjahr sind die Webervögel mit dem Nestbau beschäftigt. Eifrig werden Gräser gepflückt und dann kunstvoll zu kugelförmigen Nestern an Astspitzen gewoben. Die kleinen Vögel bauen viele Nester an einzelnen Bäumen, ab und zu brechen Äste wegen Überlastung ab.

Elefanten eignen sich immer als Fotomotive, zumal wenn die Mütter gerade ein Junges ausführen. Die putzigen Kleinen sind herrlich anzusehen, wenn sie mit ihren kleinen Beinchen mit der Mutter Schritt halten wollen. Die Gegend rund um das Olifants Camp ist voller Mopane Sträuchern, die hier wegen der kürzlichen Regenfälle gerade voll frischen Laubes sind.

Aus der Nähe betrachtet sind die Blätter sehr dekorativ. Ähnliche Bäume und Sträucher sind als Kameltritt-Bäume bekannt. Der grüne Farbstoff wird in die frisch ausgetriebenen Blätter erst nach und nach eingelagert, noch sind die Sprossen gelb-grünlich.

Eine grössere Gruppe von Elefanten versammelte sich rund um ein Wasserloch, wo sie sich mit Schlamm bespritzten. Zecken und anderes Getier wird so beim Trocknen des Schlammes von der Haut entfernt. Mit den Füssen können sich Elefanten nicht gut kratzen.

Unsere Lodge liegt am Olifants-River, dem Elefanten-Fluss, und dort am linken Ende des tiefen Hügelzuges auf der rechten Seite im Hintergrund. Die Sicht von der Terrasse ist ausserordentlich schön, so schön dass ich schon bei der Planung der Reise zwei Nächte in diesem Camp buchte.

Nach unserer Ankunft setzten wir uns ins Restaurant und genehmigten uns ein Bier rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Ein kühles Windhoek-Drought zu einem farbenfrohen Tages-Ende in Afrika - was will man mehr! Das Restaurant im Olifants-Camp funktionierte hervorragend und wir genossen es nach der gestrigen Erfahrung.
