- Details
- Kategorie: Winter 19 / 20: Chile - Teil II
Laaaaaaaaaaaaaangweilige Fahrt ans Meer

Bei unserem Hotel in Calama gab es im Garten Kakteen, einer davon zeichnete sich durch ziemlich extreme Stacheln aus. Ruth’s Hand als Grössenvergleich zeigt die Länge dieser Mordwaffen. Der Kaktus selber ist knappe 2 m hoch.

Kurz nach der Ausfahrt aus Calama führt die Strasse über die Berge, von wo aus das grosse Loch der Mine gut sichtbar ist. Noch besser allerdings ist die gigantische Abraumhalde zu sehen. Eine lange Karawane von riesigen Muldenkippern bringt den Abraum aus dem 1’000 m tiefen Loch und leert ihn auf der Halde aus. Jedes dieser „kleinen“ Chäreli bringt pro Fahrt 180 t aus dem Loch. Von meinem Standpunkt aus sehen die Dinger richtig niedlich aus. Dazu später noch mehr.

Beim Aussichtspunkt gibt es ein grösseres Felsstück aus der Grube. Die grünlich-blaue Farbe ist das Kupfererz, nach dem hier gesucht wird.

Der Rest der Fahrt war dann sehr laaaaaangweilig. Knapp 300 km endlos gerade Strassen durch eine nahezu vegetationslose Wüste. Dieser Teil der Atacama erhält praktisch keinen Niederschlag und deshalb wächst hier auch nichts. Tiere sahen wir ebenfalls keine. Wovon sollten sie auch leben?

Eine Abwechslung brachte eine kleine Oase, welche sich in einem tiefer gelegenen Tal befand. Das bisschen Wasser sorgt hier sofort für intensives Grün.

Je weiter wir in den Norden kamen, desto mehr Zeugen des Salpeter-Booms gab es. Ab der Mitte des 18. Jhdt. war diese Gegend sehr reich, da der Salpeter als Dünger und auch als Bestandteil des Schiesspulvers sowohl in Nordamerika als auch in Europa sehr gesucht und daher teuer war. Noch heute gibt es einige Anlagen, wo der Salpeter abgebaut und raffiniert wird.

An einer Stelle standen einige Muldenkipper neben der Strasse, eine gute Gelegenheit für mich, einen Grössenvergleich anzustellen. Alleine ein Rad ist grösser als ich. Diese Kipper sind aber noch eine Schuhnummer kleiner, als jene, welche in den Kupferminen eingesetzt werden. Dort soll ein Rad gut 3 m Durchmesser haben. Aber auch dieses „kleine“ Gefährt war beeindruckend!

Ein Detailbild der interessanten Landschaft. Brauner Dreck von der Strasse bis an den Horizont. Ganz weit hinten ein dünnes Band von Vegetation, wo eine unterirdische Wasserader verläuft.

Wir landeten schliesslich in einem schönen Hotel am Meer in Iquique, einem beliebten Badeort der Chilenen. Das Wasser im Pazifik ist auch hier eher kalt und für mich nicht sehr einladend. Die Sicht aus unserem Zimmer im 9. Geschoss ist aber beeindruckend.
Nach knapp zwei Wochen auf Höhen zwischen 2’000 und 4’800 m.ü.M. sind wir froh, dass unser Zimmer doch auf immerhin etwa 35 m.ü.M. liegt. Ein allzu grosser Höhenunterschied wäre wohl nicht zu verkraften.
In der Hochebene lag die Temperatur heute fast immer über 30°, hier am Pazifik sorgt das kalte Meerwasser für einen feinen Hochnebel und die Temperatur beträgt nur mehr 21°.
