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- Kategorie: Winter 19 / 20: Chile - Teil II
Spaziergang in Iquique
Heute legten wir einen eher faulen Tag ein, wir wollten nicht viel fahren und beschlossen deshalb, uns die Stadt Iquique zu Fuss anzusehen und wollten noch einige Einkäufe tätigen. Und die weitere Reise planen.

In einer grossen Mall werden die Besucher auf ein Ereignis vorbereitet, welches so gar nicht zum hiesigen Klima passen will. An Weihnachten lässt uns hier gar nichts denken. Viele Leute baden im Meer, die Sonne brennt heiss vom Himmel und dieser ist tief blau. Für die lokale Bevölkerung machen die Vorbereitungen sicher Sinn, sie verbinden Weihnachten nicht mit Schnee und Kälte. Ich bin jedoch immer wieder erstaunt über die für mich falsche Jahreszeit für Weihnachten.

Im Zentrum von Iquique steht ein Uhrturm, der schon 1878 erbaut wurde. Damals war Iquique noch peruanisches Territorium. Erst bei den Pazifik-Kriegen um den Salpeter kam Iquique zu Chile. Heute ziert die stolze chilenische Flagge den Clock Tower.

Während in den meisten südamerikanischen Städten eine Kathedrale den Hauptplatz ziert, nimmt diese Rolle hier das Stadttheater ein. Das hellblaue Gebäude nimmt fast die ganze eine Seite des Platzes ein. Die Frontalansicht ist durchaus beeindruckend.

Von der Seite sieht man jedoch die genaue Natur des Gebäudes. Die schöne Fassade ist lediglich vor ein graues, gesichtsloses Mauerwerk gehängt. Eine Art Potemkinsches Dorf.

Eine grosse Strasse, welche vom zentralen Platz wegführt, wird von stattlichen Häusern aus der Salpeterzeit gesäumt. Immer wieder die chilenische Flagge, wie wenn der Besitzanspruch auf die Stadt laufend erneuert werden müsste.

Ein weiteres Haus aus der Gründerzeit der Stadt, diesmal in hellblau. Auch diese Fassade ist lediglich vorgehängt.

Gestern Abend fand an der Standpromenade ein Protest-Umzug statt, auch hier hat sich die politische Situation noch nicht beruhigt. Dieses alte Schulhaus ist vollständig verrammelt, das Eingangstor wurde mit vielen Stühlen verschlossen. Die Schule ist geschlossen.

Eine Bank am Meer trägt eine Inschrift, welche auf die aktuelle Situation Bezug nimmt. „Verflucht sei der Soldat, der seine Waffen gegen sein eigenes Volk richtet“. Es gibt immer wieder Zusammenstösse zwischen Protestierenden und der Polizei sowie der Armee. Immer wieder werden junge Leute von den Sicherheitskräften getötet. Wir sind noch nicht sicher, ob und wie wir von hier nach Santiago zurückkehren. Eine Option wäre es, unser Auto in Calama zurück zu geben und dann in den Süden zu fliegen. Noch bleibt uns aber genügend Zeit, um die Entwicklung abzuwarten.

Direkt vor unserem Hotel gibt es einen Felsen im Meer, auf welchem sich heute einige Pelikane versammelten.

Zwei Oystercatcher warteten hier ebenfalls auf die nächste Gelegenheit für einen Flug zu ihren Fanggründen.

Dieser Black Crowned Night-Heron hat sich vermutlich im Gewässer verirrt. Er setzte sich an den Pool, wo es ganz sicher keine Fische gab. Er trank ab und zu etwas vom klaren Wasser.
