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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Wir waren brav und die Sonne schien!
Nach den gestrigen Wolken erwartete und heute früh wieder die gewohnte Sonne und wir machten uns nochmals auf den Weg in den Nambung Nationalpark zu den Pinnacles.

Vorher aber lag noch eine andere Attraktion auf unserem Weg. Der kleine Lake Thetis ist ganz in der Nähe von Cervantes. Er ist eine der beiden Lagunen / Seen in Western Australia wo es noch Stromatolithen zu bewundern gibt. Die Vorgänger dieser unscheinbaren Formationen stammen aus einer sehr frühen Zeit unseres Planeten. Die ersten versteinerten Vertreter datieren auf bis zu 3.6. Milliarden Jahre. Es wird angenommen, dass dies die ersten Lebewesen überhaupt waren. Die grauen Felsen im Vordergrund sind Überreste solcher Strukturen, welche momentan nicht im Wasser sind. Sobald sie jedoch wieder mit Wasser in Kontakt kommen, beginnen sie wieder zu leben. Die gelblichen Matten im Wasser sind lebende Vertreter dieser Kreaturen.

Die Bakterien können in diesem Wasser überleben, da dieses salziger als das Wasser des offenen Meeres ist. Ihre Fressfeinde überleben das Salz nicht und lassen so die Stromatolithen am Leben. Da hier die meiste Zeit ein starker Wind vom Meer her über die Wasserfläche weht, werden viel Salz und andere Mineralien am gegenüberliegenden Ufer abgelagert. Der weisse Streifen legt davon ein eindrückliches Zeugnis ab.
Für Interessierte verlinke ich hier einen Wikipedia-Artikel zu Stromatolithen, es lohnt sich, mehr über diese faszinierenden Geschöpfe zu lesen.

Dann war es aber höchste Zeit für unseren Besuch im Park. Der blaue Himmel und die starke Sonne brachten die Farben so richtig zum leuchten. Obwohl heute wieder viele Besucher im Park waren, gelang es mir mit etwas Geduld trotzdem, Bilder ohne allzu viele Menschen zu schiessen.

Im Vordergrund viele der Pinnacle und im Hintergrund eine weisse Düne vor dem tiefblauen Meer, das sich hier allerdings nur erahnen lässt.

Einer der grösseren Kalkstein-Felsen im Park ist eigentlich geschützt und darf nicht bestiegen werden. Das hielt diese chinesische Reisegruppe aber nicht davon ab, von oben ihre doofen Selfies zu schiessen. Offenbar war nicht einmal der Führer in der Lage, das rote Verbotsschild zu lesen. Oder er hoffte einfach auf ein grösseres Trinkgeld.

Hinter dieser Pinnacle-Gruppe liegt der indische Ozean mit kleinen weissen Wellenkämmen. Heute blies ein sehr starker Wind, der aber dank der Temperaturen um die 30° gut auszuhalten war.

Bei diesem Bild dachten wir zuerst, wir hätten uns im Kontinent geirrt. Die rechte Figur erinnert an eine der Plastiken auf den Osterinseln. Auch die linke Figur kann zur Not dafür gehalten werden. Oder ging am Ende gar die Phantasie mit uns durch?

Noch ein letztes Bild der faszinierenden Landschaft. Die kleinen Wolken waren überhaupt nicht bedrohlich, sie sorgten lediglich für etwas Spannung am sonst einfallslos blauen Himmel.
Anschliessend fuhren wir noch knappe 100 km in den Norden, wo wir einen Campground am Meer fanden. Leider konnten wir nicht den schönsten Platz mit der unschlagbaren Aussicht beziehen, da es dort extrem stark windete. Wir zogen es vor, unserem Camper hinter einer Düne zu parkieren, wo der Wind nicht ganz so stark blies. An ein Essen in freier Natur war aber auch hier nicht zu denken, der Wind hätte unser Essen schlicht und einfach weggepustet.

Einen kleinen Spaziergang ans Meer gab es dann aber doch noch. Das weisse Zeug im Vordergrund ist nicht etwa Schnee, sondern der weisse Sand, welcher hier überall vorherrscht. Er hat eine Konsistenz wie Zucker.

Ein Strandbild muss auch heute sein: Da hier direkt vor der Küste einige Korallenriffe liegen, gibt es hier viel Seegras, welches nicht weggeräumt wird. Es sind hier nur wenige Badende unterwegs. Die Farbe des Meeres ist aber auch so sehr schön!
