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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Eine kurze Strecke nach Geralton, der vorerst letzten grösseren Stadt
Nur gerade 70 km waren es heute von unserem letzten Campground bis nach Geralton, wo wir heute Station machten.

Auf dem Weg stoppten wir am Strassenrand für ein Foto der Landschaft und ich bemerkte diese kleine Blume an einer Ranke. Ich hatte keine Ahnung, um was für ein Gewächs es sich handelte. Mir gefielen einfach die Farbe und die Struktur der Blütenblätter. Die Blüte misst knapp 2 cm.

Auf einem Hügel über dem Zentrum von Geralton wurde ein Denkmal zur Erinnerung an die HMAS Sydney errichtet, ein australisches Kriegsschiff, welches 1941 nach einem Gefecht mit einem deutschen Kreuzer sank und sämtliche seiner 645 Besatzungsmitglieder mit in die Tiefe riss. Der Dom über dem Zentrum der Anlage soll die 644 Seelen der Seeleute symbolisieren. Eine Seele fehlte bei der Errichtung des Denkmals noch, dazu später mehr.

Diese Statue einer Ehefrau, welche vergeblich auf ihren Mann wartet steht, vor einer anderen Skulptur, welche den Bug des Schiffes darstellt. Die genaue Untergangsort des Schiffes war lange unbekannt, es heisst aber, dass die Frau zufällig genau in die richtige Richtung schaut. Eine schöne Story.

Die 644 verlorenen Seelen werden durch Möwen symbolisiert.

Seele Nummer 645 markiert hier den Fundort des Wracks, welches 2008 im Indischen Ozean etwa 150 km von der Küste entfernt gefunden wurde. Das Wrack des deutschen Kreuzers wurde ebenfalls in der Nähe entdeckt. Von den 398 Besatzungsmitgliedern des deutschen Bootes wurden 317 gerettet, während keiner der australischen Soldaten überlebte. Diese Tatsache führte nach dem Krieg zu allerlei Verschwörungstheorien. Einige davon sind in diesem Wikipedia-Artikel nachzulesen.

Die Mögen geben ein schönes Schattenspiel unter dem Dom.

Der Bau der Kathedrale von Geralton wurde 1916 begonnen, erst 1938 wurde sie jedoch eröffnet. Von aussen ist sie ein für diese Weltgegend eher untypisches Gebäude. Die beiden Türme sind für mein Empfinden eher zu kurz geraten, oder dann zu dick.

Das Innere wiederum wirkt schön aufgeräumt. Klare Linien und dafür eher spezielle Farben mit den grauen Streifen sowie den orange / weissen Bögen. Bilder gibt es an den Wänden keine.

Anschliessend machten wir noch einen kurzen Spaziergang im Städtchen. Mit seinen 21’000 Einwohnern braucht es natürlich auch eine Metzgerei, diese wurde an dieser Stelle schon 1908 eröffnet und ist seither ununterbrochen im Betrieb.

Ein anderes Gebäude im Art Deco Stil beherbergt heute eine Organisation der Aboriginals. Diese Organisation kümmert sich in Western Australia um die Belange der Urbevölkerung und hilft ihnen bei der Durchsetzung ihrer Rechte.

Ein weiteres Gebäude aus der Zeit des Art Deco beherbergt heute ein Thai-Restaurant.

Das heutige Strandbild nahm ich direkt vor unserem heutigen Campground auf, ein menschenleerer Strand mit feinstem Sand und warmem Wasser. Dazu die Sonne, welche gerade hinter dem Horizont verschwindet. Ça va.
