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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Tambo hat viel zu bieten - auch Kurioses

Tambo ist ein kleines Nest mit 367 Einwohnern in Queensland, welches vor allem wegen seiner Teddy-Bären bekannt ist. Daneben gibt es einige gut erhaltene Gebäude aus der Frühzeit des Landes. Und natürlich so wichtig, dass es sogar am Ortseingang erwähnt wird: Tambo war am 24. März 1929 der Schauplatz des ersten Absturzes der Qantas mit 3 Toten. Doch ein sehr wichtiges Ereignis!

Teddies sind sogar so wichtig, dass ein grosses Strassenschild auf die Tiere aufmerksam macht.

Zwei Damen gründeten 1992 ein Geschäft, in welchem sie Teddibären herstellten und auch verkauften. Zu jener Zeit fielen die Woll-Preise in den Keller und eine grosse Dürre suchte das Land heim. Mit diesen Bären sollten die Schafzüchter unterstützt werden. Mittlerweile sind diese Teddies in Australien berühmt und es wurden schon etwa 50’000 dieser Spielzeuge von Hand hergestellt und verkauft. Ruth wollte sich ebenfalls einen Teddy kaufen, doch es gab nur sehr grosse Exemplare, welche zudem recht schwer waren und sie liess es bleiben.

Statt eines Teddies gab es für uns einen Kaffee im nebenan liegenden Café. Dort haben sowohl alle Stühle als auch die Tische Wollsocken.
Schafe gibt es in dieser Gegend heute kaum mehr, die Dame im Teddy-Shop erklärte mir, dass es sehr viele Wildhunde gäbe und diese immer wieder viele Tiere rissen. Die Züchter hätten deshalb das Geschäft hier aufgegeben. Diese Wildhunde sind Mischlinge zwischen den einheimischen Dingo und entlaufenen Haushunden. Offenbar gab es bis vor einiger Zeit eine hohe Prämie vom Staat für jeden erlegten Köter, mittlerweile seien es jedoch nur noch 30 AU$, etwa 18 CHF und damit zu wenig für den ganzen Aufwand. Australien produziert aber immer noch gut 25% aller Wolle weltweit und ist damit vor China mit 18% der unangefochtene Spitzenreiter im Geschäft. Weiter südlich sollten wir auf die grossen Schafherden treffen.

Sogar der örtliche Metzger wirbt mit den Teddies, welche sich im Wurstziehen üben. Geschlachtet werden sie hoffentlich nicht, zumal ihr Innenleben aus einem Gewebe aus geschredderten Milchflaschen besteht, welches doch eher zäh ist.

In dieser Gegend von Queensland gibt es eine endemische Baumart, die Bottle-Trees (Brachychiton rupestris). Dieses Exemplar steht in einem Park hinter einem Haus der Gemeindeverwaltung. Ein Abwart ist gerade mit seinem Rasenmäher zu Gange.

Bei diesem Bild wird der Name des Baumes klar. Es gibt wohl Exemplare mit bis zu 3.5 m Stamm-Umfang. Dieser Baum ist noch nicht ganz so weit.

In Tambo gibt es einige hübsche Häuser aus der Frühzeit Australiens, so auch dieses ehemalige Gerichtsgebäude aus dem Jahr 1888, welches nun die Touristen-Info sowie die Bibliothek beherrbergt.

Beim Ortsausgang konstruierte ein Künstler seinen eigenen Roadtrain. Die Anhänger sollen Woll-Ballen darstellen, welche in der Hochzeit der Woll-Industrie hier sehr häufig zu sehen waren.

Auch heute wieder ein Bild des weiten Himmel über dem Grasland. Am frühen Morgen war der Himmel absolut wolkenfrei, im Laufe des Tages kamen einige Schäfchen-Wolken auf, genau passend zur hiesigen Gegend.

Bei 146° 36’ und 974’’ östlicher Länge erreichten wir heute unseren östlichsten Punkt auf dieser Reise. Von nun geht es nur noch in den Westen und Süden.

Auf unserem Campground sah ich diesen Bus, welcher als Wohnmobil ausgebaut wurde. Mir gefiel besonders der Spruch!
