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- Kategorie: Cruise Dubai - Rom durch den Suez Kanal 22
Fahrt von Süd nach Nord durch den Suez-Kanal
Heute war es soweit, die Fahrt durch den Suez-Kanal stand bevor!

Dank einem guten Tipp von Edi, einem Computerianer, konnte ich die Schiffe in unserer Nachbarschaft im Web sehen. Alle warteten auf die Durchfahrt. Unser Schiff ist der blaue Punkt etwa in der Mitte des Schwarms. Viele grosse Öltanker und auch Frachtschiffe waren präsent. Daneben gab es auch viele kleinere Frachter.
Ich verzichte hier auf nähere Erläuterungen zum Kanal, sehr gute Informationen gibt es bei Wikipedia, die ich hier (Klick mich!) verlinke.

Ich erwachte um 04:25, als es noch tiefe Nacht war, nur die Lichter der Schiffe erleuchteten das Meer.

Um 05:08 fuhren wir in den Kanal ein, zu sehen gab es auch da noch nicht viel.

Um 05:34 schickte die Sonne erste Strahlen über den Horizont hinter der Sinai-Halbinsel. Der Himmel war makellos blau, genau richtig für den heutigen Tag!

Unser Schiff warf einen grossen Schatten auf die Böschung. Dahinter, auf der Festland-Seite war alles grün, viele Gemüsefelder wechselten sich mit Dattelpalmen und auch Orangenbäumen ab. Der Suez-Kanal markiert geografisch auch die Grenze zwischen zwei Kontinenten, im Westen liegt Afrika während der Osten zu Asien gehört.

Immer wieder gab es nahe am Ufer solche grossen Sauger, welche den Sand vom Grund saugten, damit die maximale Tiefe der Fahrrinne erhalten bleibt. Der Suez-Kanal verfügt im Gegensatz zum Panama-Kanal über keine Schleusen, die beiden Meere im Norden und Süden werden ohne Gefälle verbunden.

Ein Schlepperboot begleitete uns bei allen engen Stellen, im Hintergrund folgte uns ein riesiger Frachter, der auch heute, am folgenden Tag, mehr oder weniger neben uns herfährt. Die Durchfahrt durch den Kanal erfolgt immer im Konvoi. An einigen Stellen ist der Kanal zweispurig geführt, so dass sich die Schiffe ausweichen können. In den einspurigen Fahrrinnen wird hingegen nicht gekreuzt. Die Geschwindigkeit ist auf 18 km/h begrenzt.

An kritischen Stellen ist auch immer ein Lotsenboot dabei, welches hier gerade zurück fährt.

Auf der anderen Seite des Landstückes fährt gerade ein grosser Frachter der Evergreen Linie nach Süden. Zwischen den beiden Fahrrinnen ist nur Wüste.

An dieser Stelle teilt sich die Fahrrinne auf, ein südwärts fahrender Tanker zweigt in die südwärts gerichtete Rinne ab.

Einheimische nutzen den Kanal zum Fischen. Mit ihren kleinen Ruderböötli wirken diese neben den riesigen Kreuzfahrtschiffen und Frachtern wie kleine Nussschalen.

Eine der wenigen Brücken über den Kanal verbindet die wüstenhafte Sinai-Halbinsel im Osten mit dem fruchtbaren Land Ägyptens im Westen.

Je näher wir dem Bauwerk kamen, desto eindrücklicher wurde es. Die Fahrbahn der Brücke überquert den Kanal auf einer Höhen von 70 m, was wiederum die maximale Höhe der Schiffe auf 68 m begrenzt.

Viel freien Raum hatte es nicht mehr! Doch wir schafften die Unterquerung problemlos.

Dieses Bild muss einfach sein!

Je mehr wir uns Port Said, dem nördlichen Ende des Kanals näherten, desto grüner wurde die Gegend.

Bei Port Said gab es einen Hafen, wo Container umgeladen werden können. Heute lag gerade mal nur ein Schiff dort. Nicht alle Schiffe fahren durch den Kanal, die Gebühren sind mit durchschnittlich fast 300’000 US$ (2012) sehr hoch, es lohnt sich deshalb unter Umständen, die Container umzuladen.

Bei Port Said gab es auch viele Salzfelder, die mit ihren Rottönen etwas Farbe in die Gegend brachten.

Um 14.57 verliessen wir den Kanal und fuhren ins Mittelmeer ein. Von hier aus sind wir einen ganzen Tag unterwegs, bevor wir am Montag früh in Kreta anlegen werden. Nun ist es auch mit den heissen Temperaturen vorbei, die Voraussagen rechnen mit 22°.
