- Details
- Kategorie: Winterreise 12 / 13 - Thailand 13
Mangroven statt Crevetten und Krabben
In der Gegend unseres Hotels wurden in der Vergangenheit viele Crevetten und Krabben gezüchtet. Dafür wurden die Küsten-Mangroven über weite Strecken gerodet und dann die grossen Becken für die Zuchten angelegt. Vor einigen Jahren stellte Thailand - wie auch viele andere Länder - aber fest, dass den Mangroven eine riesige Bedeutung für die Ökosysteme haben. Einerseits sind sie eigentliche Aufzuchtstationen für viele Jungfische, Crevetten aber auch Krabben. Ohne Mangroven würden die Meere deshalb sehr schnell entvölkert.
Auch erodiert die Küste ohne Mangroven viel stärker, einer Flutwelle wie dem Tsunami 2004 ist das Hinterland schutzlos ausgeliefert. Mangroven können die Elemente etwas zähmen.
Im Pranburi Forest Park liegt der angeblich grösste zusammenhängende Mangrovenwald Thailands. Einige Crevetten Farmen wurde vom Staat übernommen und die Böden wieder renaturiert. Darauf wurde ein Mangrovenwald gepflanzt, welcher heute dank einem Steg über etwa einen Kilometer gut begehbar ist. Dieser Schauwald ist ein wichtiger Teil des Pranburi Forest Parkes. Er dient unter anderem auch der Erforschung der Möglichkeiten der Wiederaufforstung.

Die Mangroven wurden ab 1996 gepflanzt und sind schon ganz prächtig gediehen. Ein richtiger Mangroven Wald ist sicher noch dichter und besteht aus Bäumen unterschiedlichen Alters, während hier die Pflanzen naturbedingt noch mehr oder weniger gleich als sind. Das Beispiel zeigt aber gut, dass sich mit gutem Willen und genügend Ausdauer auch gröbere Fehler der Vergangenheit wieder ausbügeln lassen. Sicher geht das einfacher, wenn wie hier der König selber involviert ist. Er pflanzte eigenhändig die ersten Mangroven.

Von einem Aussichtsturm aus schweift der Blick über einen Teil des Waldes. Die höheren Bäume in der Distanz sind noch ein Teil der ursprünglichen Waldes, die kleineren Bäume stammen aus der Gründerzeit dieses Parks.

Die Rundtour durch den Wald führt auf erhöhten Stegen, welche den Wald durchqueren. Ab und zu ein kleiner Sitzbank erlaubt es den müden Wandersleuten auszuruhen. Die Hitze und Luftfeuchtigkeit sind im Wald sehr hoch, da sich kein Lüftchen rührt, eine kurze Pause deshalb sehr willkommen. Dafür, dass sich niemand zu lange hier aufhält, sorgen die Mücken, die leider auch zum Ökosystem gehören.

Direkt hinter dem Park liegen immer noch viele Farmen: Hier werden noch Krabben gezüchtet. Auf den grossen Gittern befinden sich viele kleine Plastikkörbe; in jedem Korb lebt eine Krabbe und soll sich möglichst schnell grossen fressen. Natürlich funktioniert dieses Modell nur unter Einsatz von viel Antibiotika und anderen Substanzen. Welche dann wiederum die Böden verschmutzen.

Mit diesen pedalartigen Geräten wird das Wasser künstlich belüftet und für etwas Strömung gesorgt.

Das Fertigprodukt im verkaufsfertigen Zustand. Die Beine und Scheren werden den armen Viechern zusammengebunden, damit sie sich nicht gegenseitig auffressen.
