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- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Burma
Mittagessen beim General, dann ab aufs Schiff
Noch bevor wir heute unser Hotel verliessen, nahm ich mit meinem Gepäck den Lift, um ins Erdgeschoss zu fahren. Kaum hatte ich den entsprechenden Knopf gedrückt, fiel der Strom aus und in der Kabine wurde es pechfinster. Nach einigen Minuten ging das Licht wieder an und der Lift fuhr an sein Ziel.
Aung San Suu Kyi, die heutige Oppositionsführerin Burmas ist die Tochter des Generals Aung San, der 1947 ermordet wurde. Sie lebte während Jahren unter Hausarrest in Yangon, bevor sie 2010 freigelassen wurde. Seither gilt sie als mögliche Kandidatin für die Präsidentschaft des Landes. Allerdings haben die Militärs vorgesorgt: Präsident kann in Burma nur eine Person werden, welche nicht mit einem Ausländer verheiratet war. Frau Kyi war aber mit einem Engländer verheiratet, welcher 1999 starb.

Wir trafen uns heute im ehemaligen Wohnhaus des Generals zu einem Mittagessen, bevor wir mit der Gruppe zum Schiff fuhren. Die meisten der Gäste reisten erst am frühen Morgen aus der Schweiz über Bangkok an. Viele waren schon im Pensionsalter, umso erstaunlicher, dass sie sich nicht mehr Zeit nahmen.

General Aung San hatte im Haus auch sein Büro, welches trotz der aktuellen Verwendung des Gebäudes als Restaurant House of Memories intakt gelassen wurde.

Spärlich eingerichtet, ohne PC, Bildschirm und herumhängende Kabel, Internet-Anschluss, Fax und Drucker; auch so konnten wohl wichtige Entscheide gefällt werden.

Der Yangon-River ist ein wichtiger Transportweg, ohne Brücken selbst in der Stadt Yangon sind kleine Boote das einzige Mittel, um den breiten Fluss zu überqueren. Morgen werden wir durch einen 34 km langen Kanal an den Irrawaddy fahren, auf welchem wir dann bis nach Mandalay im Norden schippern werden. Unser Schiff ist grösser und bequemer als diese kleinen Boote. Zudem knattern deren Dieselmotoren sehr laut, wenn sie ohne Auspuff über den Fluss tuckern.

Unser Schiff liegt an einem Quai vertäut, der beim grossen Hafen von Yangon liegt. Auch Ozean-gängige Schiffe werden hier be- und entladen. Die grösseren mit üblichen Hafenkranen - welche hier im Gegensatz zu jenem in Zürich eine Funktion haben - die kleineren mit Menschenkraft.

Am Nachmittag stand nochmals ein Besuch in der Swedagon-Pagode auf dem Programm, diesmal mit unseren Führer. Wir entschieden uns, den Besuch von vor zwei Tagen zu wiederholen, zumal es heute etwas kühler war.

Das gratis Internet scheint auch als Magnet für den Tempelbesuch zu funktionieren. Etwas, was sich auch die Schweizer Kirchen überlegen könnten, immerhin könnten sie so ihre leeren Gebäude füllen. Inspiration lässt sich auch aus dem Internet holen und interessiert die Jugendlichen sicher mehr als der übliche Sermon!

Nicht nur das Internet, auch die Zeitung bietet guten Ratschlag, wenn dem Leser dann noch Buddha über die Schulter schaut, kann ja kaum mehr etwas schiefgehen.

Inbrünstig werden die Statuen mit Wasser übergossen. Dies ist der Friday-Corner, an welchem nur Personen tätig sind, welche an einem Freitag geboren wurden. Generell betet man immer an der Statue seines Geburts-Tages. Die burmesische Woche ist 8-teilig: Der Mittwoch ist zweigeteilt, der Morgen und der Nachmittag zählen als jeweils eigener Tag.

Die grosse Pagode ist von unzähligen kleineren umgeben: Leider war das Licht nicht so gut wie beim letzten Besuch, doch dafür waren die Platten nicht so heiss. Alles kann man nicht haben, auch nicht im Tempel. Nicht mal die Buddha-Statuen leuchten von innen heraus, ohne Sonne oder Kunstlicht wirken sie matt.

Den heutigen Schlusspunkt setzt diese grosse Glocke, welche hier gerade als Umgebung für die Meditation einiger Männer dient.
