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- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Burma
Morgentoilette am Irrawaddy
Thayet Myo war bis 1885 die Grenzstadt zwischen dem königlichen und dem britischen Burma. Die Briten besetzten den Süden Burmas, ihr Vormarsch wurde hier gestoppt. Später jedoch nahmen sie dann doch noch das ganze Land ein.
Nach dem Morgenessen legten wir beim Städtchen an und nutzten den Morgen für einen Spaziergang. Der wolkenlose Himmel bescherte uns Temperaturen um 38 Grad, dies mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Schweisstreibend!

Kurz nach 6 Uhr war ich schon auf Deck zu einem Kaffee für Frühaufsteher und genoss die Zeit für einige Fotografien ohne viel Leute rund um mich. Dieser Fischer war am frühen Morgen auch schon auf dem Irrawaddy, um vor der grossen Hitze sein Essen zu fangen. Diese kleinen Boote werden meist gerudert während die meisten grösseren Gefährte mit lärmigen Motoren betrieben werden.

Im Gegenlicht war dieses Schilf blendend weiss, die Bäume im Hintergrund lösten sich erst langsam vom leichten Frühnebel.

Diese Frau nutzte den Irrawaddy für die morgendliche Toilette und die Wäsche. Ihr Fahrrad stellte sie direkt am Ufer ab. In den Dörfern verfügen die Häuser kaum je über fliessendes Wasser, Regenwasser wird bei den Häusern in grossen Töpfen gesammelt. Viele Leute waschen sich und ihre Kleider am Fluss, der ausser der braunen Farbe sauber ist.

Der eine der beiden Männer nahm sein Pferd mit in den Fluss, wo es sich genüsslich von ihm waschen liess. Die braunen Fluten stammen nicht vom Schmutz sondern vom den vielen Schwebestoffen, welche der Fluss in der Regenzeit mit sich führt. Der Irrawaddy bringt so viel Sand und anderes Geschiebe vom Himalaya mit sich, dass sein Delta an der Andaman Sea pro Jahr um bis zu 60 m wächst!

Auf dem Weg zum Markt schauten wir diesen Reisbauern beim setzen der kleinen Reispflanzen zu. Zuerst wird ein Faden gespannt, entlang diesem werden sodann die etwa 25 cm langen kleinen Reispflänzchen gesteckt. Eine rückenbrechende Arbeit in dieser Hitze!

Auf dem Markt boten die meist weiblichen Händlerinnen die unterschiedlichsten Gemüse und Gewürze an: Tomaten, Kartoffeln und eine Vielzahl von Chilies in allen Formen und Farben dominierten das Bild. Die Burmesen essen wie viele Asiaten gerne scharf, dazu brauchen sie diese Zutaten. Auf unserem Schiff wird leider eine für Langnasen angepasste Küche geboten, welche kaum je stärker gewürzt ist.

Wie auf allen Märkten fehlten auch hier die Betelnüsse nicht. Sie werden in Blätter des Betelstrauches eingewickelt, welche hier schön angeordnet zum Verkauf stehen. Als Fotomotiv schön, als Verpackung für Drogen nicht sehr sinnvoll.

Alle Passanten tragen ihr Bündeli: Das kleine Mädchen ihre Puppe, der Mönch seine Essensschalen mit den Mahlzeiten, welche ihm die Gläubigen anboten. Er geht auf den staubigen Strassen barfuss, was ihm anscheinend nichts ausmacht. Für mich absolut undenkbar, meine Füsse wären schon nach wenigen Metern unbenutzbar.

Gegen Abend bauten sich gigantische Gewitterwolken auf, welche von der Hitze des Tages jederzeit zu platzen drohten. Ausser einigen schönen Bildern stellten sie aber keinerlei Gefahr dar. Einige Mitreisende berichteten von starken Gewittern während der Nacht, ich bekam davon nichts mit, wenn ich schlafe, dann richtig.
