- Details
- Kategorie: Thailand und Burma 14 - Teil Burma
In den Innereien der Thurgau Exotic II
Nach dem Frühstück überquerten wir zuerst in einem Bus die 2930 m lange Brücke über den Irrawaddy zum sogenannten Drachenberg, einem ehemaligen Vulkankrater. Dort blubbern noch einige Schlammlöcher vor sich hin.

Die Schlammquellen gelten den Burmesen als heilig, deshalb müssen auch hier die Schuhe ausgezogen werden. Auf den heissen, spitzen Steinen war das Gehen für mich sehr mühsam, weshalb ich froh war, als ich wieder mit den Schuhen in den Bus steigen konnte.

Der nächste Besuch galt der Myat Thalon Pagode in Magwe, welche leider gerade renoviert wurde und deshalb vollständig in Palmblatt Matten eingepackt war. Sie soll neu vergoldet werden, viele Pilger spenden Geld in Form von Goldplättchen, welche anschliessend von den Arbeitern hinter der Abdeckung an der Pagode angebracht werden. Für uns ein eher ungewohnter Anblick einer Pagode, aber für einmal nicht weniger interessant. Hinter diesen Matten muss die Temperatur höllisch sein!

Bei unserer Rückkehr zum Schiff waren gerade einige Frauen dabei, im Fluss ihre - nicht unsere - Wäsche zu erledigen. Die Kleider werden mit Seife eingerieben und anschliessend im braunen Flusswasser gespült. Selbst weisse Blusen sehen nach dem Bad im braunen Flusswasser wieder sehr sauber aus.

Nach waschen und mehrmaligen Spühlen werden die Kleidungsstücke auf der angrenzenden Wiese zum Trocknen ausgelegt, wobei die starke Sonne vermutlich noch die letzen Grauschleier ausbleicht und allfällige Mikroben grilliert.

Vom Fluss aus konnte zeigte sich die Pagode nochmals, die imposanten Wolken sorgen für ein interessantes Bild. Gerne wäre ich beim Auspacken der Pagode mit dabei, der Überraschungseffekt muss gross sein, wenn die frisch vergoldete Struktur zum ersten Mal vor dem blauen Himmel erscheint.

Am Fluss werden hier Holzflösse zusammengestellt. Ein Rahmen aus Bambus trägt Stämme für die lange Fahrt in Richtung Süden und Yangon, wo das Holz für verschiedene Zwecke gebraucht wird. Unterwegs sahen wir zweimal solche Flösse auf dem Fluss aber der lausige Fotograf hatte seine Kamera nicht dabei.

Der neue Lotse, welchen wir heute Nachmittag an Bord nahmen, ordnete an, dass die Flusstiefe an einigen heiklen Stellen mit langen Stangen sondiert wurde. Das Echolot, welches auf der Brücke vorhanden ist, kann nur den Abstand des direkt unter dem Schiff liegenden Grundes zum Kiel messen. Sandbänke und sonstige Untiefen kann es leider nicht im Voraus erkennen. Gemäss unserem Schiffsmanager passiert es im Schnitt zweimal jährlich, dass das Schiff auf einer Sandbank aufläuft. In der Regel kann es sich dann aus eigener Kraft wieder befreien. Doch lohnt es sich auf jeden Fall, dieses Problem prospektiv zu verhindern. Grösseren Frachtschiffen kann es schon mal passieren, dass sie auflaufen und dann bis zum nächsten Hochwasser warten müssen, bevor sie wieder freikommen.

Am späteren Nachmittag erhielten wir kurz Gelegenheit, einige Innereien des Schiffes zu besichtigen. Die Lagerräume sowie die Crew-Quartiere sahen wir nicht, diese sind im untersten Deck eingebaut und dort war für uns kein Zugang. Hier der Maschinenraum, wo zwei starke japanische Dieselmotoren zu je 400 PS die notwenige Schubkraft erzeugen. Der Bordingenieur sowie sein Stellvertreter warfen sich beide in Galauniform, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Neben den beiden Schiffsdieseln verfügt das Schiff noch über 3 Stromgeneratoren, welche abwechslungsweise für den notwenigen Strom sorgen.

Auch die Küche durften wir besichtigen. Die gesamte Küchenmannschaft stand stolz mir ihren Kochmützen ausgestattet Spalier. Die Küche verfügt über die gängigen modernen Geräte wie einen Gasbackofen, eine grosse Knetmaschine für den Brotteig sowie natürlich über eine grosse Abwaschmaschine. Sämtliche Mahlzeiten werden an Bord zubereitet, auch das Brot wird an Bord gebacken. In den kleinen Kühlschränken lagern die Vorräte, welche jeweils in Mandalay und Yangon eingekauft werden. Fleisch und Fisch werden importiert, die Gemüse und Früchte auf den lokalen Märkten beschafft. Ebenfalls im untersten Deck gibt es noch einige grosse Kühlkammern, wo die grossen Mengen an Vorräten gelagert werden. Insgesamt sind wir 26 Fahrgäste und eine Crew von 22 Personen, da braucht es schon eine beachtliche Menge an Lebensmitteln. Übrig bleibende Essensreste und Rüstabfälle werden im Fluss entsorgt, sämtliche noch verwertbaren Nahrungsmittel wie Brot erhalten Einheimische entlang des Flusses. Das einheimische Bordpersonal kocht sich eigene Mahlzeiten, welch viel schärfer zubereitet werden, als was uns Touristen zugemutet wird. Eigentlich schade, denn mir würden etwas schärfere Gerichte sehr gut munden.

Bratpfannen unterschiedlicher Grössen sowie die notwendigen Küchenwerkzeuge sind fein säuberlich aufreiht, damit sie im Stress des Kochens jederzeit im Zugriff sind. Gewürze liegen in luftdichten Schachteln oberhalb des Herdes.

Auch die nautische Mannschaft warf sich in Schale. Zuvorderst der Kapitän mit seinen 4 Streifen, danach der First Officer mit zwei Streifen. Anschliessend der Lotse, welchen wir kurz vor unserem Besuch auf der Brücke aufnahmen. Alle duschten vor unserem Besuch und zogen ihre Galauniform an, normalerweise tragen sie schlichte blaue Uniformen. Diese sind vermutlich auch bequemer für den Alltag.
